Deutsch lernen für Ukrainer

Herzlich willkommen in Deutschland und auf meiner Website! 🙂

Ich weiß, jeder Anfang ist schwer. Aber wenn du in Deutschland leben, arbeiten oder studieren möchtest, solltest du Deutsch lernen. Weshalb? Weil du so die Leute, die Kultur und das ganze System besser verstehst. Angebote, Deutsch kostengünstig oder gratis zu lernen, gibt es viele.

Ich erkläre dir in dem Text, weshalb du die deutsche Sprache lernen solltest und wie dich die Bundesregierung unterstützt.

Meine Erklärungen, Tabellen und Grafiken zeigen dir auf, welche Kurse es gibt und was du machen kannst, um noch besser Deutsch zu sprechen oder dich in Deutschland zu integrieren.

Deutsch lernen für Ukrainer (Lerntipps) Grafische Erklärung mit Beispielen

Warum ist die deutsche Sprache für Ukrainer wichtig?

Die deutsche Sprache ist sehr wichtig, wenn du in Deutschland leben, arbeiten oder studieren möchtest. Kannst du mit den Einheimischen sprechen, wird das Ankommen etwas einfacher.

Zu Beginn kann die fremde Kultur, die fremde Sprache und das fremde Umfeld sehr herausfordernd sein – das weiß ich aus eigener Erfahrung! Aber es wird leichter, wenn du Deutsch verstehst und sprichst.

Tipp

Es ist egal, ob du nur drei Monate, fünf Jahre oder dein ganzes Leben in Deutschland verbringen möchtest. Ich rate dir so oder so, die deutsche Sprache zu lernen. Ganz einfach, weil es dir viel erleichtern wird.

Bundesregierung unterstützt Ukrainer beim Deutschlernen

Bist du ganz neu in Deutschland, solltest du dich zuerst an die Bundesregierung wenden. Sie unterstützt dich beim Ankommen. Es gibt die Germany4Ukrainer-App des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Über diese App erfährst du, was du alles benötigst – Reisepass oder ukrainische ID – und wie du den Antrag für die Aufenthaltserlaubnis nach Paragraph 24 Aufenthaltsgesetz ausfüllst. Sobald du alles hast, kannst du dich auch direkt über die App zu den folgenden Kursen anmelden:

Kurse für UkrainerInhaltKosten
EOK (Erstorientierungskurs)Dieser Kurs informiert dich über das Leben in Deutschland. Du lernst die Kultur und die ersten Grundwörter kennen.Dieser Kurs ist für Ukrainer kostenlos.
IntegrationskursIn diesem Kurs lernst du in 600 Stunden die deutsche Sprache und in weiteren 100 Stunden die Kultur kennen. Du erfährst, wie du Briefe und Mails schreibst, Formulare ausfüllst und was deine Rechte und Pflichten sind. Auch Themen wie Gleichberechtigung oder Religionsfreiheit sprechen deine Lehrer an. Am Schluss gibt es einen Test und du bekommst ein Zertifikat B1.Dieser Kurs kostet etwas. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hilft dir aber, wenn du das Geld nicht aufbringen kannst. Zudem erhältst du die Hälfte der Kurskosten zurück, wenn du spätestens zwei Jahre nach der Anmeldung das Zertifikat in B1 hast und einen Antrag stellst.
IntensivkursDieser Kurs richtet sich an schnelle Lerner, die zügig ihr Sprachdiplom in der Hand halten wollen. Du lernst dasselbe wie im Integrationskurs, aber in nur 400 Deutschstunden und 30 Orientierungsstunden zum Kennenlernen der Kultur.Dieselbe Kostenstruktur wie beim Integrationskurs.
Spezieller IntegrationskursFür Frauen, Eltern, Jugendliche oder eingeschränkte Personen gibt es spezielle Integrationskurse, in denen du dir mehr Zeit lassen kannst. Du lernst die deutsche Sprache in 900 Stunden und hast pro Woche weniger Unterricht.Dieselbe Kostenstruktur wie beim Integrationskurs.
BSK (Berufssprachkurse)Sobald du das Sprachdiplom B1 aus dem Integrationskurs, Intensivkurs oder einer internationalen Sprachschule hast, kannst du den Berufssprachkurs absolvieren. Dazu brauchst du auch eine Arbeitserlaubnis, die du im Jobcenter erhältst. Das Jobcenter meldet dich dann auch direkt zum Berufssprachkurs an. Du lernst in 400 bis 500 Unterrichtsstunden, was in der Arbeitswelt wichtig ist.Dieser Kurs ist grundsätzlich kostenfrei. Du musst dich an den Kosten beteiligen, solltest du durch Arbeit ein genug hohes Einkommen haben.
Weitere KurseDas Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bietet weitere Kurse an, um dich und deine Familie zu unterstützen. So gibt es auch die MiA-Kurse, die sich an weibliche Migrantinnen richten. Andere Kurse sind für Eltern oder Jugendliche ausgelegt.Je nach Kurs können Kosten anfallen.

Weitere Angebote für Ukrainer zum Deutschlernen

Die Sprachkurse vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind eine erste Hilfestellung für dich. Möchtest du danach noch besser Deutsch sprechen oder zusätzlich Deutsch lernen, kannst du die folgenden Angebote nutzen:

Apps zum Deutschlernen für Ukrainer

Es gibt diverse Apps, mit denen du Deutsch lernen kannst. Einige dieser Apps sind kostenlos, bei anderen musst du einen geringen Betrag bezahlen. Je nach App steht eine bekannte Institution oder ein privater Anbieter dahinter. Schau einmal, das gibt es:

Kostenlose Jicki-App für Sprachkurse in Deutsch (Jicki ermöglicht es dir, Gespräche auf Deutsch zu hören. Jicki bezeichnet diese Hörtexte als Sprachduschen. Mittlerweile gibt es die App auch für Ukrainier, sodass du alles übersetzt hast und noch mehr profitieren kannst.)

Deutschtrainer A1-App vom Goethe-Institut (Auch das Goethe-Institut erleichtert dir den Einstieg in die deutsche Sprache mithilfe der App Deutschtrainer A1. Dazu gibt es passende Youtube-Videos, Bücher und Podcasts.)

Babbel-App zum Sprachenlernen (Über die Babbel-App kannst du die deutsche Sprache interaktiv lernen. Zuerst musst du dich registrieren, danach kannst du einige Lektionen kostenlos machen.)

Online-Deutschkurse für Ukrainer

Möchtest du lieber am Computer Deutsch lernen und nicht eine App herunterladen, gibt es ebenfalls unterschiedliche Angebote.

Erklärungen und Übungen bei Deutsch mit Anna – natürlich kannst du auf meiner Webseite ganz viel Deutsch lernen. 🙂 Da ich selbst aus Polen komme, kenne ich die Probleme beim Deutschlernen sehr gut.
Hier findest du einfache Grammatik-Erklärungen und hier viele Übungsaufgaben.

Online-Deutschkurse vom vhs-Lernportal (Das vhs-Lernportal bietet kostenlose Online-Deutschkurse an, die du in Form eines Selbststudiums machen kannst. Online-Tutoren helfen dir und korrigieren dich. Die Startseite ist auf Ukrainisch einstellbar, damit dir die Anmeldung gelingt.)

Digitales Lernangebot der Deutschen Welle (Die Deutsche Welle stellt dir kostenlose Deutschkurse zur Verfügung, die du selbstständig online abarbeiten kannst.)

ARD-Mediathek mit Inhalten auf Ukrainisch (Die ARD bietet viele Filme, Kindersendungen, Dokumentationen oder Nachrichten mit ukrainischen Untertiteln an.)

Bücher für Ukrainer zum Deutsch lernen

Möchtest du lieber ein richtiges Buch zum Deutschlernen, in das du schreiben und dir Notizen machen kannst? Dann rate ich dir dazu:

Erste-Hilfe-Wortschatz-Heft von Klett-Sprachen (Das preiswerte Heft ist für Ukrainer gedacht und ein reines Wortschatzbuch. Es erklärt dir in 47 Seiten die wichtigsten deutschen Wörter. Zudem gibt es diverse Kopiervorlagen, sodass du selber üben kannst.)

Mein Grammatik Buch :)(Auch ich habe ein Buch erstellt, das dir wichtige Regeln der deutschen Grammatik erklärt. Schau es dir doch an und lerne die deutsche Sprache noch einfacher.)

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Merk dir

Möchtest du dich in deiner neuen Gemeinde integrieren, dann nimm am Gemeindeleben teil. Geh an Veranstaltungen, tausch dich mit Nachbarn aus und tritt einem Verein bei. So lernst du die Kultur und die Sprache der Deutschen noch schneller kennen.

Weitere Möglichkeiten und Hilfe für Ukrainer

Manchmal liegt es gar nicht an der Sprache, wenn du dich in Deutschland noch nicht wohl fühlst. Vielleicht bist du mit den Anmeldungen überfordert, verstehst die Fachsprache der Formulare nicht oder du möchtest dich über deine Vergangenheit austauschen? Dann kann ich dir noch die folgenden Angebote empfehlen:

Mein Weg nach Deutschland vom Goethe-Institut für allgemeine Informationen (Auf dem Portal findest du diverse Informationen, um dich in Deutschland und im deutschen System zurechtzufinden. Die meisten Materialien kannst du als PDF herunterladen und ausdrucken.)

Krisenchat Ukrainian für Ukrainer (Der Krisenchat ist ein kostenloses psychologisches Beratungsangebot. Ein Team aus ukrainisch sprechenden Fachleuten der Psychologie und Psychotherapie hilft dir, solltest du psychologische Unterstützung benötigen.)

Hilfe von Malteser für Ukrainer (Bei Malteser gibt es ehrenamtliche Helfer, die dich bei Übersetzungen, Anmeldungen und weiteren Problemen unterstützen. Solltest du Hilfe brauchen, kannst du dich auch kostenlos an die Malteser wenden.)

Tipp

Informiere dich auch bei deiner Gemeinde, ob es weitere Hilfestellungen in der Region gibt. Vielleicht findest du so weitere ehrenamtliche Institutionen, einen Gesprächskreis in der Nähe oder einen netten Nachbarn, der dir hilft.

Zusammenfassung

  • Es ist nicht leicht, in ein fremdes Land zu kommen und die neue Kultur oder das unbekannte System zu verstehen. Damit dir das gelingt, solltest du die Sprache lernen. Kannst du Deutsch sprechen und verstehen, gelingt dir die Integration viel besser und du fühlst dich schneller wohl.
  • Die deutsche Bundesregierung hilft dir bei der Integration. Sie bietet diverse Kurse an, so ist gerade der erste Orientierungskurs kostenlos für dich und du lernst schon viel über Deutschland. In den späteren Integrationskursen lernst du noch mehr von der Sprache und der Kultur, sodass du in Deutschland ein neues Leben starten kannst.
  • Neben den vielseitigen Kursen der deutschen Bundesregierung kannst du die deutsche Sprache auch mit Apps, Online-Inhalten oder Büchern lernen. Auch mein Grammatik Buch und meine Website helfen dir dabei, die deutsche Sprache zu sprechen und zu verstehen.

Goethe Zertifikat – alles verständlich erklärt!

Wenn du in Deutschland, der Schweiz oder Österreich studieren beziehungsweise arbeiten möchtest, brauchst du einen offiziellen Nachweis deiner Sprachkenntnisse. Das Goethe-Zertifikat ist genau das: Ein Diplom, mit dem du beweisen kannst, wie gut du die deutsche Sprache beherrschst. Dazu musst du eine Prüfung ablegen und bestehst du den Test, erhältst du danach ein international anerkanntes Sprachdiplom – das Goethe-Zertifikat.

Du möchtest einen Nachweis deiner Sprachkenntnisse in der Hand halten, dann zeigt dir dieser Text auf, was das Goethe-Zertifikat genau ist, welche Prüfungen es gibt und was du für das jeweilige Niveau können musst. Ich erkläre dir, wie du das Sprachdiplom erhältst und welche Alternativen dir zur Verfügung stehen.

Goethe-Zertifikate (Prüfungen) Was ist das und welche gibt es? Übersicht!

Was ist das Goethe-Zertifikat?

Das Goethe-Zertifikat ist ein Diplom, das du erhältst, wenn du die Deutschprüfung an einem Goethe-Institut bestanden hast. Solche Goethe-Institute gibt es weltweit in 98 Ländern und an 152 Standorten. Allein in Deutschland hat es zwölf Institute.

Das Angebot richtet sich an Erwachsene und Jugendliche, die eine Prüfung in der deutschen Sprache auf einer der sechs Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) ablegen wollen.

Hast du einmal das Zertifikat, profitierst du von seiner unbegrenzten Gültigkeit und der internationalen Anerkennung.

Wozu brauche ich ein Goethe-Zertifikat?

Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb du ein Goethe-Zertifikat haben musst oder solltest. Es kann nützlich sein, wenn du deine Sprachkenntnisse nachweisen und zertifizieren lassen willst.

Zudem brauchst du eine offizielle Bestätigung deiner Deutschkenntnisse, wenn du in Deutschland studieren oder arbeiten möchtest. Auch internationale Unternehmen, Behörden und Schulen verlangen manchmal einen Nachweis deiner Sprachkenntnisse.

Überlegst du dir, nach Deutschland zu ziehen und später die Staatsangehörigkeit zu beantragen, dann musst du ein Sprachzertifikat vorlegen.

Merk dir

Wenn du in Deutschland studieren oder arbeiten möchtest, brauchst du ein international anerkanntes Sprachdiplom wie das Goethe-Zertifikat. Dasselbe gilt, wenn du eine Staatsangehörigkeit in Deutschland beantragen möchtest.

Welche Goethe-Zertifikate gibt es?

Du erhältst ein Zertifikat, wenn du die Sprachprüfung am Goethe-Institut bestanden hast. Jede Prüfung teilt sich in vier Bereiche auf – Lesen, Schreiben, Sprechen und Hören.

Die Prüfungen haben einen modularen Aufbau, sodass es Tests für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis der deutschen Sprache gibt.

Je nach absolvierter Prüfung erhältst du auch das entsprechende Zertifikat. Der Aufbau sieht so aus:

SprachniveauZielgruppeKompetenzen
Goethe-Zertifikat A1Jugendliche ab 10 Jahre und Erwachsene ab 16 JahreHören: Einfache und kurze Informationen wie Wegbeschreibungen oder Angaben zu einer Person aus Gesprächen verstehen. Lesen: Kurze Texte wie einfache Ankündigungen, Plakate, persönliche Notizen oder Briefe verstehen. Schreiben: Einfache Sätze und kurze Notizen zur eigenen Person in einfacher Form aufschreiben. Sprechen: Sich selbst und andere vorstellen sowie einfache Fragen stellen und beantworten.
Goethe-Zertifikat A2Jugendliche ab 10 Jahre und Erwachsene ab 16 JahreHören: Einfache Gespräche über alltägliche Themen verstehen und wichtige Informationen aus Durchsagen oder Gesprochenem heraushören. Lesen: Einfache Texte wie persönliche Briefe, kurze Artikel, Fahrpläne oder Speisekarten verstehen. Schreiben: Kurze Texte und einfache Mitteilungen über eigene Erlebnisse oder Vorlieben schreiben. Sprechen: Über alltägliche Themen und persönliche Interessen sprechen, an einfachen Gesprächen teilnehmen und Fragen stellen.
Goethe-Zertifikat B1Jugendliche ab 10 Jahre und Erwachsene ab 16 JahreHören: Gespräche, Interviews und Nachrichten verstehen sowie wichtige Informationen erfassen. Lesen: Artikel, Berichte, Briefe und einfache literarische Texte verstehen. Schreiben: Texte, Briefe, Berichte und E-Mails zu vertrauten Themen wie persönlichen Erlebnissen schreiben. Sprechen: Über persönliche Interessen, Reisen und Erfahrungen sprechen sowie an Gesprächen teilnehmen und die eigene Meinung äußern sowie nachfragen.
Goethe-Zertifikat B2ErwachseneHören: Komplexe Gespräche und Vorträge in Standardsprache verstehen sowie Informationen aus Filmen, Dokumentationen oder Podcasts erfassen. Lesen: Längere Artikel, Berichte, Fachliteratur und literarische Texte lesen sowie analysieren. Schreiben: Klare und detaillierte Texte, Berichte oder Essays zu komplexeren Themen mit sinnvollen Argumenten oder verschiedenen Meinungen schreiben. Sprechen: An Diskussionen über abstrakte sowie komplexe Themen teilnehmen und einen eigenen Standpunkt darlegen.
Goethe-Zertifikat C1ErwachseneHören: Anspruchsvolle und längere Gespräche, Fachvorträge oder Diskussionen verstehen. Lesen: Komplexe literarische und fachliche Texte verstehen, kritisch analysieren sowie mit anderen Informationen verknüpfen. Schreiben: Gut strukturierte, analytische, argumentative und stilistisch vielfältige Texte zu komplexen Themen verfassen. Sprechen: Spontan und fließend in komplexen Situationen kommunizieren sowie über komplexe Themen diskutieren, um differenzierte Meinungen zu äußern.
Goethe-Zertifikat C2ErwachseneHören: Alle Arten von gesprochenem Deutsch, einschließlich Dialekten und idiomatischen Ausdrücken, mühelos verstehen sowie problemlos komplexen Diskussionen oder Vorträgen folgen. Lesen: Alle Textsorten wie Fachliteratur oder literarische Werke mühelos verstehen und auch subtile Bedeutung oder Stilmittel erkennen. Schreiben: Präzise, stilistisch vielfältige Texte wie Berichte oder Essays mit ausgefeilter Sprache zu jedem Thema verfassen. Sprechen: Fließend und spontan in anspruchsvollen Situationen kommunizieren und über komplexe Themen differenziert diskutieren sowie argumentieren.

Drei Sonderformen des Goethe-Zertifikats

Abgesehen von den sechs Niveaustufen des GeR bietet das Goethe-Institut drei weitere Zertifikate an, die etwas spezifischer in Bezug auf die Zielgruppe und die Kompetenzen sind:

SprachniveauZielgruppeKompetenzen
TestDaF Goethe-ZertifikatFür Hochschulzulassung, um in Deutschland zu studierenHören: Verstehen von Informationen aus Vorträgen, Diskussionen und Gesprächen sowie Erfassen von Hauptideen und spezifischen Informationen in Hörtexten, die in akademischen Kontexten angesiedelt sind. Lesen: Verstehen von komplexen Texten aus verschiedenen Bereichen wie Wissenschaft, Politik oder Gesellschaft und Identifizieren von Hauptgedanken, Argumenten oder spezifischen Details in akademischen Artikeln und Berichten. Schreiben: Verfassen eines strukturierten, klaren Textes wie eines Essays oder einer Argumentation mit Einbindung der eigenen Meinung, die mit passenden Argumenten untermauert wird. Sprechen: Teilnahme an Diskussionen und Gesprächen zu akademischen Themen sowie klare und kohärente Ausdrucksweise in mündlichen Prüfungen, einschließlich der Fähigkeit, Fragen zu beantworten und Argumente zu präsentieren.
Goethe-Zertifikat B2 PROFür das berufliche UmfeldHören: Gesprächen, Diskussionen und Präsentationen zu beruflichen Themen verstehen und Informationen aus Meetings oder Vorträgen erfassen. Lesen: Komplexe Texte wie Berichte, Artikel oder Fachliteratur verstehen und Argumente oder Hauptgedanken in beruflichen Dokumenten identifizieren. Schreiben: Klar strukturierte Texte wie E-Mails, Berichte oder Protokolle verfassen und eigene Meinung zu beruflichen Themen mithilfe von Argumenten im Text ausdrücken. Sprechen: An Diskussionen und Gesprächen zu beruflichen Themen teilnehmen sowie wichtige Informationen klar und präzise präsentieren.
Goethe-Zertifikat B2 PRO PflegeFür PflegeberufeHören: Gespräche mit Patienten, Angehörigen und Kollegen verstehen sowie Informationen aus Schulungen oder fachlichen Vorträgen erfassen. Lesen: Fachtexten, Pflegeberichten und Informationen zu medizinischen Themen verstehen und Patienteninformationen oder Anleitungen interpretieren. Schreiben: Berichte, Pflegepläne und Dokumentationen verfassen und klare sowie verständliche Mitteilungen an Kollegen oder Vorgesetzte erstellen. Sprechen: Gespräche mit Patienten und Angehörigen führen und dabei Erklärungen von Pflegeprozessen einbinden sowie an interdisziplinären Teamgesprächen oder Besprechungen aktiv teilnehmen.

Wie erhalte ich ein Goethe-Zertifikat?

Wenn du ein Goethe-Zertifikat willst, dann solltest du zuerst lernen. Das kannst du im Selbststudium, über geeignete Apps oder an Sprachkursen machen. Hier bieten die Goethe-Institute auch entsprechende Kurse an, um dich auf die Prüfung vorzubereiten. Wichtig ist, dass du die benötigten Kompetenzen beherrschst und mit einem guten sowie sicheren Gefühl an die Prüfung kannst.

Tipp

Du lernst für das Goethe-Zertifikat A1, A2 oder B1 und verstehst noch nicht alles? Dann rate ich dir zu meinem Deutsche Grammatik Buch. Es wird dir bestimmt helfen, dich optimal auf die Prüfung vorzubereiten.

Sobald du bereit für die Prüfung bist, kannst du dich online anmelden. Bei der Anmeldung darfst du einen geeigneten Prüfungstermin und einen Prüfungsort aussuchen. Sobald die Prüfung abgelegt und bestanden hast, erhältst du nach ein paar Tagen bis Wochen das Goethe-Zertifikat zum Herunterladen nach Hause geschickt.

Was kostet ein Goethe-Zertifikat?

Wie teuer die Prüfung mitsamt dem Goethe-Zertifikat ist, kann ich dir nicht pauschal beantworten. Das ist vom Standort, dem Sprachniveau und weiteren Faktoren abhängig. Je nachdem kostet die Prüfung zwischen 99 und 355 Euro.

Welche Alternativen zum Goethe-Zertifikat gibt es?

Benötigst du zwingend einen Nachweis deiner Sprachkenntnisse, stehen dir auch andere Institutionen oder Prüfungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ich habe dir im Folgenden einige Alternativen zum Goethe-Zertifikat aufgelistet, die eventuell eher für dich infrage kommen:

SprachzertifikatZielgruppeBeschreibung
TestDaF-SprachzertifikatFür Studierende und Studieninteressierte auf fortgeschrittenen NiveauDas TestDaF-Sprachdiplom ist ein Zertifikat, das nicht nur vom Goethe-Institut angeboten wird. Es gibt diverse Testzentren wie das TestDaF-Institut in Bochum. Das Deutsch-als-Fremdsprache-Diplom ist international gültig, umfasst die Niveaustufe B2/C1 und zielt auf den wissenschaftlichen beziehungsweise akademischen Bereich ab.
DSD-SprachdiplomFür Schüler und Studieninteressierte mit Hochschulzugangsberechtigung vom Ausland, die in Deutschland studieren wollenDas DSD-Sprachdiplom wird von der Kultusministerkonferenz (KMK) angeboten, ist aber weltweit an Partnerschulen machbar. Es zielt vor allem auf Schüler ab, die einen mehrjährigen schulischen Deutschunterricht besucht haben. Die deutschen Universitäten und Hochschulen akzeptieren das Zertifikat auf der Stufe B2/C1.
DSH-SprachzertifikatFür Studenten aus dem Ausland, die in Deutschland studieren wollenMit Ausnahme der Universität Stuttgart akzeptieren alle deutschen Hochschulen sowie Universitäten das DSH-Sprachdiplom, das für den Hochschulzugang entscheidend ist. Die entsprechende Prüfung wird von einzelnen Hochschulen in Deutschland angeboten.
DTZ-SprachzertifikatFür jugendliche und erwachsene ZuwandererDas DTZ-Sprachzertifikat steht für Deutsch-Test-für-Zuwanderer. Es richtet sich an Migranten und Flüchtlinge, die ihre Sprachkenntnisse auf einem Niveau B1 nachweisen müssen oder wollen. Für die Durchführung ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig.
Telc-SprachdiplomFür Jugendliche und ErwachseneDie wohl umfassendste Alternative zum Goethe-Zertifikat ist das Telc-Sprachdiplom. Die Telc GmbH zählt zu Europas führenden Anbietern im Bereich des Nachweises von Sprachkenntnissen. Das Telc-Sprachdiplom ist ein offizieller Qualifikationsnachweis mit internationaler Gültigkeit. Die Prüfung richtet sich ebenfalls nach den sechs Niveaus des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens.
ÖSD-SprachzertifikatFür Jugendliche und ErwachseneDas ÖSD-Sprachdiplom ist vergleichbar mit dem Goethe- oder Telc-Sprachdiplom, nur dass das Institut in Österreich ist. Wobei auch diese Organisation weltweite Ableger hat, um einen Nachweis der deutschen Sprachkenntnisse zu erbringen. Das Zertifikat wird in vielen Ländern anerkannt und ist unbegrenzt gültig.

Zusammenfassung

  • Das Goethe-Zertifikat öffnet dir Tür und Tor, denn mit diesem Nachweis deiner Sprachkenntnisse kannst du je nach Niveau in Deutschland studieren, arbeiten oder die Staatsangehörigkeit beantragen. Das Sprachdiplom des Goethe-Instituts ist aber auch wertvoll, wenn du in einem internationalen Unternehmen arbeiten oder einige Zeit in Deutschland verbringen willst.
  • Beim Goethe-Institut kannst du Prüfungen auf den sechs Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen absolvieren. Das Angebot richtet sich an Erwachsene und Jugendliche. Jede Prüfung setzt sich aus vier Teilen zusammen: Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen.
  • Sagt dir das alles nicht zu, kannst du deine Kenntnisse der deutschen Sprache auch bei anderen Instituten nachweisen. Ein Telc-Sprachdiplom ist genauso aussagekräftig wie ein Goethe-Zertifikat. Für Studenten, die eine Hochschulzulassung benötigen, gibt es noch weitere Möglichkeiten.

Wie viele Wörter hat die deutsche Sprache?

Wie viele Wörter die deutsche Sprache hat, lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Je nach Quelle beträgt die Gesamtgröße zwischen 350.000 und 500.000 Wörtern. Das sind ganz schön viele – aber du musst nicht alle kennen. Die meisten Deutschen benutzen nur 12.000 bis 16.000 Wörter im Alltag, während ihr passiver Wortschatz etwa 50.000 Wörter beinhaltet.

Beispiel: “Die Problematik der Umweltverschmutzung zeigt die Relevanz nachhaltiger Praktiken für zukünftige Generationen.”

Problematik und Relevanz sind typische Wörter des passiven Wortschatzes vieler Deutschen. Sie kennen die Wörter zwar, verwenden aber oft Synonyme wie Problem und Bedeutung.

In diesem Artikel erkläre ich dir, weshalb sich die Wörter der deutschen Sprache nicht wirklich zählen lassen. Mit Beispielen, Grafiken und Erklärungen zeige ich dir auf, was ein Wort überhaupt ist, was mit passivem und aktivem Wortschatz gemeint ist und auf wie viele Wörter bekannte Personen oder Institute gekommen sind.

Aber beginnen wir von vorne – beim Wort.

Wie viele Wörter hat die deutsche Sprache? (Deutsche Grammatik) Grafische Erklärung) mit Beispielen

Was ist ein Wort?

Damit wir die Anzahl der deutschen Wörter überhaupt zählen können, müssen wir zuerst wissen, was unter einem Wort verstanden wird. Ein Wort ist eine sprachliche Einheit, die aus mehreren Buchstaben oder Lauten besteht und eine Bedeutung hat. Vor und nach dem Wort folgt ein Leerzeichen. Es gibt unterschiedliche Arten von Wörtern:

Der Hund bellt im Garten. (Hund ist ein Substantiv.)

Ich lese ein Buch. (Lesen ist ein Verb.)

Das Wetter ist heute schön und sonnig. (Schön ist ein Adjektiv.)

Sie hat das Geschenk selbst gekauft. (Sie ist ein Pronomen.)

Der Ball liegt unter dem Tisch. (Unter ist eine Präposition.)

Ich werde bald mit der Arbeit beginnen. (Bald ist ein Adverb.)

Ich mag Äpfel, aber ich esse lieber Bananen. (Aber ist eine Konjunktion.)

Wow! Das ist ja beeindruckend! (Wow ist eine Interjektion.)

Wie viele Wörter hat die deutsche Sprache?

Wenn wir jetzt wissen, was ein Wort genau ist, sollte es doch ein Leichtes sein, alle Wörter der deutschen Sprache zu zählen? – Nein, eben nicht. Deshalb gibt es je nach Quelle auch unterschiedliche Zahlen. Den Gedanken, alle Wörter der deutschen Sprache aufzuschreiben und zu zählen, gibt es aber schon lange.

Geschichte der Wörterbücher

Zwei der ersten, die versucht haben, die Wörter der deutschen Sprache festzuhalten, waren die Gebrüder Grimm – ja genau, die Märchenschreiber!

Zeit Wörterbuch Wortanzahl Informationen
1811 Grammatisch-kritischen Wörterbuch der hochdeutschen Mundart von Johann Christoph Adelung 58.500 Wörter Johann Christoph Adelung war ein Bibliothekar, Lexikograph und Germanist, dessen Wörterbuch 1811 – einige Jahre nach seinem Tod – erschien. Es war das erste wissenschaftliche Wörterbuch, das den Wortschatz der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in alphabetischer Reihenfolge enthält.
1838 – 1961 Deutsche Wörterbuch oder Grimms Wörterbuch der Gebrüder Grimm Je nach Zählweise zwischen 320.000 bis 450.000 Wörtern Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm begannen 1838 das wohl umfassendste und größte Wörterbuch der deutschen Sprache zu verfassen. Es enthält Wörter ab der Mitte des 15. Jahrhunderts an, wurde aber erst 1961 fertig gestellt – das sind etwa 100 Jahre nach dem Tod der Brüder. Nach diversen Überarbeitungen wurde das letzte Band erst 2016 abgeschlossen.
1880 Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache von Konrad Duden 27.000 Wörter Am 7.7.1880 veröffentlichte Konrad Duden sein erstes Wörterbuch und damit den Urduden. Noch heute zählt der Duden zu den wichtigsten Wörterbüchern im deutschen Raum.
1966 Wahrig Deutsches Wörterbuch von Gerhard Wahrig Unbekannt Das Wörterbuch von Gerhard Wahrig wurde mehrmals überarbeitet und die Ausgabe von 2008 enthielt 260.000 Wörter. Noch heute ist Wahrig ein bekannter Name, wenn es um Wörterbücher geht.
2013 Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache von Wolfgang Klein 5.300.000 Wörter Wolfgang Klein und weitere Linguisten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft zeichneten die Wörter von 1994 bis 2005 auf und erstellten ein digitales Wörterbuch.

Der Duden und die Anzahl der Wörter der deutschen Sprache

Die meisten Deutschen, Schweizer sowie Österreicher und viele Deutschlernenden wissen genau, was der Duden ist – eines der bekanntesten Wörterbücher der vergangenen und aktuellen Zeit.

Tipp

Der Duden enthält nicht alle deutschen Wörter, sondern nur gesellschaftlich relevante Wörter. Deshalb dient das Duden-Wörterbuch nicht wirklich als Referenz dafür, wie viele Wörter die deutsche Sprache hat.

Während der Urduden von 1880 nur 27.000 Wörter enthielt, umfasste der Duden von 2020 rund 148.000 Wörter und der Duden von 2024 gut 151.000 Wörter. Jede Neuauflage enthält etwa 5.000 neue Wörter. In den letzten Jahren kamen zum Beispiel die folgenden Wörter hinzu:

Die Diskussion über soziale Gerechtigkeit hat viele Menschen woke gemacht. (Woke bezeichnet ein Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten.)

Die Klimakrise erfordert sofortige Maßnahmen von Regierungen. (Klimakrise beschreibt die ernsten Herausforderungen des Klimawandels.)

Nach seiner umstrittenen Äußerung erhielt der Politiker einen massiven Shitstorm in den sozialen Medien. (Shitstorm ist eine massenhafte Negativkritik in sozialen Medien aufgrund von Kontroversen.)

Während der Pandemie haben viele Unternehmen auf Homeoffice umgestellt. (Homeoffice ist die Arbeit von zu Hause aus.)

Ein gemütlicher Abend mit Kerzenlicht und warmem Tee ist für mich der Inbegriff von Hygge. (Hygge ist ein dänischer Begriff für ein gemütliches und angenehmes Lebensgefühl.)

Es ist wichtig, kritisch zu sein und Fake News von vertrauenswürdigen Informationen zu unterscheiden. (Fake News sind falsche oder irreführende Nachrichten.)

Nach einer Woche Digital Detox fühlte ich mich erfrischt. (Digital Detox ist eine Phase, in der man auf digitale Medien verzichtet.)

Im Duden findest du keine Wörter zu spezifischen Fachbereichen wie Biologie oder Technik und keine Dialektwörter, denn solche Wörter sind nicht gesellschaftlich relevant. Hinter den Wörterbüchern steht aber mittlerweile eine elektronische Datenbank, die als Dudenkorpus bezeichnet wird. Sie beinhaltet alle möglichen Wörter, darunter auch spezifische Fachwörter.

Merk dir

Die elektronische Duden-Datenbank zählte 2017 rund 23 Millionen Wörter der deutsche Sprache. Es wurde nur der Infinitiv, Nominativ, Singular eines Wortes gezählt.

Was ist ein Wortschatz?

Du hast jetzt schon oft Wortschatz gelesen. Aber wusstest du, dass es zwei Definitionen von Wortschatz gibt? Ich erkläre sie dir kurz.

1. Definition von Wortschatz als gemeinschaftliches Gut

Bisher ging es beim Wortschatz immer um die Gesamtheit aller Wörter der deutschen Sprache zu einem Zeitpunkt. Das bedeutet, der Wortschatz der Deutschen war zu Lebzeiten der Gebrüder Grimm ein anderer als heute. Sprachwissenschaftler gehen davon aus, dass die deutsche Alltagssprache mitsamt der Fachsprache und Dialektwörtern etwa 500.000 Wörter umfasst. Der zentrale Wortschatz der Bevölkerung, also der verwendete Standardwortschatz, aber nur aus 70.000 bis 75.000 Wörter besteht.

2. Definition von Wortschatz als individuelles Gut

Die zweite Definition des Wortschatzes bezieht sich auf eine Einzelperson. So bezeichnet der Wortschatz auch die Gesamtheit aller deutschen Wörter, die eine Person kennt oder verwendet. Hier solltest du wissen, dass es einen aktiven oder auch produktiven Wortschatz und einen passiven oder rezeptiven Wortschatz gibt. Deutsche haben einen aktiven Wortschatz von durchschnittlich 12.000 bis 16.000 Wörtern, darunter befinden sich etwa 3.500 Fremdwörter – so viele Wörter nutzen sie regelmäßig beim Sprechen oder Schreiben. Der passive Wortschatz ist mit einem Durchschnittswert von etwa 50.000 Wörtern deutlich größer, wobei viele Deutsche diese Wörter verstehen und selten oder nie verwenden.

Merk dir

Je höher der Bildungsstand einer Person ist, desto höher ist meist auch der aktive und passive Wortschatz der Person. Der individuelle Wortschatz kann von 3.000 bis 200.000 Wörtern variieren. Goethe hatte zum Beispiel einen aktiven Wortschatz von 90.000 Wörtern – das ging aus einer Analyse seiner Werke hervor.

Wie viele deutsche Wörter gibt es denn nun?

Wenn du wirklich eine Antwort auf diese Frage möchtest, dann muss ich dich enttäuschen. Weder ich noch Sprachwissenschaftler oder Institute können dir hier eine korrekte oder genaue Antwort geben. Aber weshalb ist das so?

Gründe für ungenaue Wortanzahl der deutschen Sprache

Wie viele andere Sprachen ist auch Deutsch im stetigen Wandel. Es kommen neue Wörter hinzu, andere sterben ab oder sie verändern sich. Dieser Wandel ist nicht fassbar und deshalb sind die Wörter der deutschen Sprache kaum zählbar. Dazu lassen sich viele deutsche Wörter deklinieren, konjugieren oder steigern. Dann stellt sich natürlich die Frage, ob auch die Abwandlungen eines Wortes als weitere Wörter gelten. Was genau als zählbares Wort gilt, ist schwer zu sagen, denn ein Wort ist keine statistische Größe. Schau einmal, das meine ich:

Ich bin ein Kind. (Kind ist ein Substantiv, das sich verändern lässt: Kinder, Kindes oder Kindern. Je nach Zählweise gilt es als ein Wort oder vier Wörter.)

Er kauft eine Schokolade. (Kaufen ist ein Verb, das du konjugieren kannst: kaufen, kaufe, kaufst, kauft, kaufte, kauftest, kauften, kauftet oder gekauft. Wer nur den Infinitiv zählt, kommt auf ein Wort. Gelten alle Konjugationen auch, sind es deutlich mehr Wörter.)

Das Haus ist schön. (Schön ist ein Adjektiv, das du steigern und deklinieren kannst: schöne, schönen, schönes, schönem, schöner und schönsten.)

Mein Hund isst eine Wurst. (Mein ist ein Pronomen, das du ebenfalls anpassen kannst: mein, meine, meinen, meinem oder meines. Gilt das jetzt als ein Wort oder zählt jedes Wort einzeln?)

Der Mann ist reich. (Der ist ein Artikel, den du je nach Fall entsprechend deklinieren musst: der, den, dem oder des. Zählt jemand, der die Anzahl der deutschen Wörter erfahren möchte, auch jede Deklination mit oder nur das Wort der?)

Ein weiterer Grund, warum ich dir keine exakte Anzahl der deutschen Wörter liefern kann, ist auch die Vielzahl an Dialekten. All diese Dialektwörter sind selten schriftlich festgehalten und trotzdem hörst du sie, wenn du in Deutschland bist. Auch deshalb kannst du nicht alle deutschen Wörter zählen. Und dann gibt es noch einige Besonderheiten der deutschen Sprache, die das Zählen der Wörter noch schwieriger machen.

Tipp

Deutsch gehört neben Englisch und Arabisch zu den umfangreichsten Sprachen der Welt. Das liegt vor allem daran, dass sich ganz einfach neue Wörter bilden lassen. Deshalb kannst du sagen, dass es etwa 500.000 + n Wörter in der deutschen Sprache gibt. Dabei bleibt n eine unbestimmte Größe.

Besonderheit der deutschen Sprache

Es gibt eine große Besonderheit der deutschen Sprache, nämlich die Kombinationsmöglichkeit von zwei oder mehreren Wörtern. Solche zusammengesetzten Wörter werden auch Komposita genannt. Ich mache dir ein paar Beispiele:

Ich ziehe meine Wanderschuhe aus, bevor ich meine Hausschuhe anziehe. (Wanderschuhe und Hausschuhe sind nur zwei Komposita, die ich mit dem Hauptwort Schuhe bilden kann – Sportschuhe, Badeschuhe, Handschuhe, Schneeschuhe, Kinderschuhe, Lauftrianingsschuhe und mehr)

Er rennt in sein Haus, streichelt sein Haustier und macht danach seine Hausaufgaben. (Gerade das Wort Haus ermöglicht unzählige Komposita. Hier noch weitere: Haustürschlüssel, Hausmeister, Hausnummer, Hausrat, Hausarzt, Hausbau, Haushaltsgeräte oder Hauswirtschaft.)

Sie stellt ihre Wasserflasche unter den Wasserhahn. (Zwei Komposita mit Wasser habe ich schon, aber da geht noch mehr: Wasserkocher, Wassermelone, Wasserfall, Wasserfarbe, Wasserleitung, Wasserspiele oder Wasserkraftwerk)

Das Kind legt sein Taschengeld in die Schultasche. (Das Wort Tasche kannst du in diversen Kombinationen verwenden: Einkaufstasche, Handtasche, Gürteltasche, Taschenlampe, Taschenbuchverlag oder Taschenuhr)

Polyseme und Homonyme

Abgesehen von den Komposita gibt es im Deutschen auch Wörter, die doppelt zählen können, weil sie mehrere Bedeutungen haben. Polyseme sind Wörter, die sich unterschiedlich verwenden lassen und doch meist eine ähnliche Bedeutung haben. Homonyme sind Wörter, die du in verschiedenen Zusammenhängen nutzen kannst und auch verschiedene Bedeutungen haben. Schau einmal, das meine ich.

Beispiele für Polyseme mit möglichen Bedeutungen:

Brücke – ein Bauwerk, eine Gymnastikübung, ein Zahnersatz, eine Überleitung in einem Musikstück oder eine Verknüpfung von Teilstrukturen in der Chemie

Flügel – ein Musikinstrument, ein Körperteil bei fliegenden Tieren und Engeln oder ein Türblatt

Schlag – eine Kampfhandlung, eine Verletzung durch elektrische Spannung, ein Körperstrafe oder eine Zählzeit in der Musik

Zug – ein Wesensmerkmal einer Person, eine alpine Landschaftsformation, eine Spieltätigkeit oder ein Triebfahrzeug im Schienenverkehr

Erde – eine Blumenerde und ein Planet

Geist – ein übernatürliches Wesen, ein Intellekt oder eine Gesinnung

Wie viele Wörter hat die deutsche Sprache? Keine einfache Antwort.

Beispiele für Homonyme mit möglichen Bedeutungen:

Tau – ein Seil, morgendlicher Niederschlag und ein Buchstabe des griechischen Alphabets.

Ball – ein Spielgerät und eine Tanzveranstaltung

Decke – obere Begrenzung des Raums und ein Stoffstück zum Bedecken eines Tisches oder Bettes

Schloss – eine Vorrichtung zum Verschließen einer Tür und ein Bauwerk

Birne – ein Obst und eine künstliche Lichtquelle

Gericht – eine Mahlzeit und eine öffentliche Institution

Wie du an den Beispielen siehst, ist das mit den Wörtern zählen doch nicht so einfach in der deutschen Sprache. All diese kleinen Besonderheiten machen es kaum möglich, die Anzahl der Wörter festzuhalten.

Zusammenfassung

  • Deutsch gehört zu den umfangreichsten Sprachen der Welt und befindet sich in einem stetigen Wandel. Deshalb findest du je nach Quelle auch unterschiedliche Angaben, wenn es um die Anzahl der deutschen Wörter geht. (Zwischen 350.000 und 500.000 Wörter, wobei der Dudenkorpus bereits 2017 rund 23.000.000 Wörter zählte.)
  • Die deutsche Sprache und die einzelnen Wörter verändern sich laufend. Es kommen neue Wörter hinzu, ältere Wörter verändern sich oder werden nie mehr benutzt. Die Möglichkeiten, verschiedene Wörter zu Komposita zusammenzufügen oder für unterschiedliche Dinge dasselbe Wort zu nehmen (Polyseme und Homonyme) machen es fast unmöglich, die Vielzahl an Wörtern zu zählen.
  • Ein zusätzliches Problem besteht darin, das zählbare Wort überhaupt zu definieren. Gerade in der deutschen Sprache musst du viele Wörter anpassen (deklinieren, konjugieren und steigern). Zudem gibt es viele Dialektwörter oder Wörter aus Fachbereichen. Dann stellt sich schnell die Frage, was gilt überhaupt als zählbares Wort und was ist nur eine Abwandlung oder Spezifikation?

Häufige Fragen

Wie viele Wörter hat die deutsche Sprache?

Diese Frage lässt sich nicht beantworten, denn die deutsche Sprache befindet sich in einem stetigen Wandel. Je nach Quelle gibt es 350.000 bis 500.000 Wörter in der deutschen Sprache.

Was ist ein Wort?

Ein Wort ist eine sprachliche Einheit. Sie besteht aus Buchstaben sowie Lauten und hat eine Bedeutung.

Wie viele Wörter enthält der Duden?

Die Duden-Ausgabe von 2024 enthält 151.000 Wörter. Jede neue Auflage wird um etwa 5.000 Wörter ergänzt, wobei der elektronische Dudenkorpus 2017 rund 23 Millionen Wörter zählte.

Was ist ein Wortschatz?

Es gibt zwei Definitionen des Wortschatzes. Einerseits wird die Gesamtheit aller Wörter der deutschen Sprache zu einem gewissen Zeitpunkt als Wortschatz bezeichnet. Andererseits gibt es einen persönlichen Wortschatz, der sich auf Einzelpersonen bezieht und aus einem aktiven sowie passiven Wortschatz besteht.

Deutsche Redewendungen

Redewendungen sind kurze Bestandteile eines Satzes, die eine spezielle Bedeutung haben. Du wirst viele solcher Redewendungen in der deutschen Sprache antreffen. Weil sich ihr Sinn aber nicht immer sofort erschließt, solltest du die Bedeutung solcher Redensarten kennen.

Beispiel: “Meine schreienden Kinder bringen mich auf die Palme.”

Auf die Palme bringen bedeutet, jemanden wütend zu machen oder in Wut zu versetzen. Die schreienden Kinder machen die Mutter oder den Vater so wütend, dass er oder sie lieber auf einer unbequemen Palme sitzen möchte, statt bei den Kindern zu sein.

Die Deutschen lieben Redewendungen und nutzen sie gefühlt in jedem Satz. Damit auch du solche Redewendungen verstehst, erkläre ich dir in diesem Artikel mithilfe von Erklärungen und Grafiken, was Redewendungen überhaupt sind und woher sie kommen.

Ich mache viele Beispiele von Redewendungen, damit du bekannte Redensarten kennst, sie verstehst und verwenden kannst.

Deutsche Redewendungen (Deutsche Grammatik) Grafische Erklärung) mit Beispielen

Was ist eine Redewendung?

Eine Redewendung oder Redensart ist ein kleiner Bestandteil eines Satzes, der aus mindestens zwei Wörtern besteht. Dieser Bestandteil als Kombination hat eine spezielle Bedeutung, die sich meist nicht anhand der Bedeutung der einzelnen Wörter erschließen lässt. Deshalb kannst du deutsche Redewendungen auch nicht in eine andere Sprache übersetzen – außer du willst dich zum Affen machen.

Vielmehr sind die deutschen Redewendungen eine Versinnbildlichung, also eine bildliche Darstellung eines Geschehens oder eines Gefühls. Wer diese Redewendungen nicht kennt, für den können sich die Sätze ganz schön komisch anhören – dann verstehst du wahrscheinlich nur Bahnhof.

Tipp

Sprichwörter und Redewendungen sind nicht dasselbe. Während Redewendungen nur einen Teil eines Satzes ausmachen und aus einigen Wörtern bestehen, sind Sprichwörter ganze Sätze. “Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein”, ist zum Beispiel ein solches Sprichwort.

Wie viele deutsche Redewendungen gibt es?

Deutsche Redewendungen existieren seit Jahrhunderten und einige davon sind noch heute in Gebrauch. Andere sind dagegen schon seit Jahren verschwunden und wieder andere kommen neu hinzu oder wurden leicht abgewandt.

Dieser Wandel der Redewendungen macht es unmöglich, eine exakte Anzahl an deutschen Redensarten zu nennen. Sprachexperten schätzen aber, dass es im Deutschen etwa 300.000 Redewendungen gibt – da laust mich doch der Affe.

Wichtige Redewendungen im Deutschen

Du fragst dich jetzt, welcher Affe dich laust? Keiner. Auch das ist eine Redewendung, die nur ein großes Erstaunen ausdrückt und nichts mit Affen zu tun hat. Aber schauen wir uns doch jetzt wichtige Redewendungen etwas genauer an, damit du nicht länger auf der Leitung stehst.

Redewendung Bedeutung Beispielsatz Herkunft
auf der Leitung / dem Schlauch stehen Jemand braucht länger, um etwas zu verstehen Erkläre ihm den Plan noch einmal, er steht auf dem Schlauch. Die Redewendung kommt aus den Anfängen der Telefontechnik. Denn war die Verbindung schlecht, hörte und verstand die Person an der Leitung nichts.
nur Bahnhof verstehen Jemand versteht etwas nicht oder ist mit dem Inhalt überfordert Wenn der Professor von Integralrechnungen spricht, verstehe ich nur Bahnhof. Die Redensart ist eine Versinnbildlichung für eine Person, die zum ersten Mal an einem Bahnhof ist. Die ganzen Informationen, Abläufe und Ansagen können die Person überfordern.
die Nase voll haben Von jemanden oder etwas genug haben oder keine Geduld mehr haben Er hat die Nase voll von der Eifersucht seiner Freundin und deshalb Schluss gemacht. Die Herkunft dieser Redensart ist nicht ganz geklärt, doch sie existiert schon seit dem 19. Jahrhundert. Aber wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass man etwas nicht mehr riechen und wahrnehmen kann, wenn die Nase schon zu viel davon aufgenommen hat.
die Daumen drücken Jemandem Glück oder Erfolg wünschen Morgen ist der Prüfungstermin, dann drücke ich dir die Daumen. Woher die Redensart kommt, ist nicht geklärt, aber sie existiert schon seit dem 19. Jahrhundert. Verschiedene Theorien sagen aber, dass das Drücken der Daumen für positive Energie stehen soll und eine Geste des Schutzes ist. Andere Theorien behaupten, dass es auf das Spiel Daumendrücken zurückgeht.
das ist mir Wurst Jemandem ist etwas egal oder gleichgültig Es ist mir Wurst, ob du heute oder morgen Zeit hast. Auch diese Herkunft ist nicht genau geklärt. Aber die Wurst mit Gleichgültigkeit gleichzusetzen, hat wahrscheinlich mit ihrer alltäglichen und unbedeutsamen Präsenz in Deutschland zu tun.
Schmetterlinge im Bauch haben Jemand hat ein Gefühl von Aufregung oder Nervosität aufgrund Verliebtheit Immer wenn ich mit ihm zusammen bin oder an ihn denke, habe ich Schmetterlinge im Bauch. Es gibt mehrere Theorien, woher die Redensart stammt. Einerseits kann der Schmetterling für ein flüchtendes und flatterndes Gefühl stehen. Andererseits lässt sich das spürbare Kribbeln metaphorisch als Flügelschlag des Schmetterlings beschreiben.
fix und fertig sein Jemand ist aufgrund einer sehr anstrengenden Arbeit psychisch oder / und physisch erschöpft. Heute war viel los im Geschäft, deshalb bin ich fix und fertig. Wahrscheinlich stammt diese Redensart aus dem Märchen die drei Schlangenblätter der Gebrüder Grimm. Aber auch die in Deutschland bekannte Comic-Reihe Fix und Foxi könnten Schuld daran sein, dass fix und fertig heute eine bekannte Redewendung ist.
wie die Faust aufs Auge passen Zwei Dinge, die perfekt zusammenpassen Ihr Outfit passt wie die Faust aufs Auge zu dem eleganten Anlass, zu dem sie eingeladen ist. Diese Redensart ist schon etwas älter, wurde früher aber für zwei Dinge verwendet, die überhaupt nicht zusammenpassen. Heute gilt genau das Gegenteil.
rosarote Brille aufhaben Jemand sieht eine Sache aufgrund Verliebtheit zu optimistisch oder naiv Er hat eine rosarote Brille auf und merkt nicht, dass sie ihn betrügt. Die Herkunft dieser Redensart ist nicht geklärt. Wahrscheinlich wurde die Farbe rosarot gewählt, weil es eine unbeschwerte Farbe ist und für Verliebte steht. Weil die Brille rosarot ist, ist der Blick getrübt.
um den heißen Brei reden Jemand redet um ein Thema herum Jetzt rede nicht um den heißen Brei und sag endlich, was los ist! Früher hieß diese Redensart “wie die Katze um den heißen Brei herumschleichen”. Denn Katzen schleichen um heiße Speisen und naschen immer zuerst vom Tellerrand. Daraus ergab sich die etwas längere Redewendung, die heute im Sprachgebrauch oft abgekürzt wird.

Wie entstehen Redewendungen?

Redensarten entstehen, indem gewisse Ausdrücke immer wieder in derselben Situation verwendet werden. Oftmals haben solche Redewendungen ihren Ursprung in einer gewissen Berufsgruppe wie Handwerker oder Seefahrer. Diese bringen die Redensarten in ihren Wortschatz ein und verbreiten sie dadurch, bis die gesamte Gesellschaft genau weiß, was mit dem Bestandteil des Satzes gemeint ist.

Einige Redewendungen der deutschen Sprache sind schon sehr alt und stammen noch aus dem Mittelalter oder älteren Bräuchen. Andere Redensarten werden in der heutigen Zeit neu erfunden und verbreiten sich daraufhin.

Liste mit weiteren Redewendungen im Deutschen

Wie du schon weißt, gibt es eine Vielzahl an Redewendungen im Deutschen. Weil ich dich nicht im Regen stehen lasse, folgen hier noch weitere Redensarten.

Als wir zum Auto liefen, regnete es wie aus Eimern. (Es regnet wie aus Eimern.
Bedeutung: Es regnet sehr stark.)

Es war mir ein Fest, dich endlich wiederzusehen! (Es war mir ein Fest.
Bedeutung: Es war mir eine große Freude.)

Hier drinnen zieht es wie Hechtsuppe, lass uns das Fenster schließen. (Es zieht wie Hechtsuppe. Bedeutung: Es zieht oder windet stark und deshalb ist es kalt.)

Die Erklärung für die Aufgaben kam mir Spanisch vor; ich konnte nichts verstehen. (Spanisch vorkommen. Bedeutung: Etwas ist unverständlich oder fremd.)

Nach dem Erfolg geht es für die Firma jetzt bergab. (Bergauf / bergab gehen. Bedeutung: Die Situation oder Entwicklung wird besser beziehungsweise schlechter.)

Ich wollte dir etwas sagen, das mir schon lange unter den Nägeln brennt. (Unter den Nägeln brennen. Bedeutung: Etwas ist sehr wichtig oder dringend.)

Nach vielen Jahren ist sie endlich unter die Haube gekommen. (Unter die Haube kommen. Bedeutung: Heiraten oder in eine feste Beziehung eintreten.)

Die beiden stecken offensichtlich unter einer Decke, das merkt man sofort. (Unter einer Decke stecken. Bedeutung: In einer geheimen Zusammenarbeit sein oder etwas zusammen aushecken.)

Seine Bemerkung war echt unter der Gürtellinie und nicht akzeptabel. (Unter der Gürtellinie. Bedeutung: Unanständig oder verletzend, unangemessen.)

Die alte Brücke wird bald unter die Räder kommen, wenn sie nicht renoviert wird. (Unter die Räder kommen. Bedeutung: Vernichtet oder beschädigt werden.)

Ich habe das Gefühl, dass er etwas im Schilde führt, weil er sich so geheimnisvoll verhält. (Etwas im Schilde führen. Bedeutung: Geheime Pläne oder Absichten haben.)

Es fällt mir schwer, früh aufzustehen, aber ich muss meinen inneren Schweinehund überwinden, um regelmäßig zu trainieren. (Den inneren Schweinehund überwinden. Bedeutung: Sich zu unangenehmen Aufgaben motivieren.)

Bevor du das Auto erwirbst, solltest du es erst einmal testen; sonst kaufst du die Katze im Sack. (Katze im Sack kaufen. Bedeutung: Etwas kaufen, ohne es vorher zu überprüfen.)

Als er erzählte, er hätte im Lotto gewonnen, dachte ich, er will mir nur einen Bären aufbinden. (Einen Bären aufbinden. Bedeutung: Jemandem eine Lüge erzählen.)

Wir sollten das Kind beim Namen nennen und die Probleme direkt ansprechen. (Kind beim Namen nennen. Bedeutung: Eine Sache direkt und ehrlich ansprechen.)

Das ist nicht mein Bier, ich kann dir da nicht helfen. (Nicht mein Bier sein. Bedeutung: Etwas geht mich nichts an und betrifft mich nicht.)

Sein ständiges Fragen geht mir auf den Keks. (Auf den Keks gehen. Bedeutung: Jemanden ärgern oder belästigen.)

Er ist bei Rot über die Kreuzung gefahren; der hat doch nicht alle Tassen im Schrank! (Nicht alle / alle Tassen im Schrank haben. Bedeutung: Jemand ist geistig gesund oder bei Negation eben verrückt.)

Die ständigen Unterbrechungen bringen mich auf die Palme! (Auf die Palme bringen. Bedeutung: Jemanden wütend oder verärgert machen.)

Das neue Produkt ist zwar gut, aber es ist noch nicht das Gelbe vom Ei. (Das Gelbe vom Ei. Bedeutung: Etwas ist nicht optimal oder nicht das Beste.)

Als ich die Nachricht hörte, dachte ich: Ich glaub, mein Schwein pfeift, das kann doch nicht wahr sein! (Ich glaub, mein Schwein pfeift. Bedeutung: Ausdruck von Unglauben oder Überraschung.)

Es macht keinen Sinn, sich an seiner Leistung zu messen; sie können nicht Äpfel und Birnen vergleichen. (Äpfel und Birnen vergleichen. Bedeutung: Zwei ungleiche Dinge miteinander vergleichen.)

Unsere Freundschaft hält schon lange; wir sind durch dick und dünn gegangen. (Durch dick und dünn gehen. Bedeutung: In guten und in schlechten Zeiten zusammenhalten.)

Wenn du jetzt nicht mehr anfängst zu lernen, dann ist der Zug abgefahren. (Der Zug ist abgefahren. Bedeutung: Eine Gelegenheit verpassen oder zu spät sein.)

Viel Erfolg bei deinem Auftritt heute Abend! Hals- und Beinbruch! (Hals- und Beinbruch. Bedeutung: Viel Glück, oft vor einer Aufführung oder Prüfung.)

Wegen der finanziellen Schwierigkeiten mussten sie das Projekt vorerst auf Eis legen. (Etwas auf Eis legen. Bedeutung: Etwas vorübergehend stoppen oder pausieren.)

Als sie endlich die Katze aus dem Sack ließ, waren wir alle überrascht von der Neuigkeit. (Die Katze aus dem Sack lassen. Bedeutung: Ein Geheimnis enthüllen.)

Mit seiner Analyse hat er den Nagel auf den Kopf getroffen; das Problem ist tatsächlich die Kommunikation. (Nagel auf den Kopf treffen. Bedeutung: Ein Problem genau erkennen oder benennen.)

Er hat sich mit dem Vortrag zum Affen gemacht. (Zum Affen machen. Bedeutung: Sich lächerlich machen.)

Ich werde ein Auge zudrücken, wenn du deine Hausaufgaben ein bisschen später abgibst. (Ein Auge zudrücken. Bedeutung: Etwas durchgehen lassen, nachsichtig oder tolerant behandeln.)

Wir sollten die Sache nicht überdramatisieren, also lass die Kirche im Dorf! (Kirche im Dorf lassen. Bedeutung: Realistisch bleiben und nicht übertreiben.)

Trotz aller Bemühungen kam er mit seinem Projekt auf keinen grünen Zweig und musste es schließlich aufgeben. (Auf keinen grünen Zweig kommen. Bedeutung: Keine Fortschritte machen oder kein Erfolg und Glück haben)

Im Matheunterricht kann ich ihm nicht das Wasser reichen; seine Noten sind immer viel besser als meine. (Jemandem nicht das Wasser reichen können. Bedeutung: In einer Fähigkeit oder Leistung unterlegen sein.)

Nach dem Antrag war sie auf Wolke sieben und konnte nicht aufhören zu lächeln. (Auf Wolke sieben sein. Bedeutung: Sehr glücklich oder auch sehr verliebt sein.)

Als der Alarm losging, mussten wir schnell die Beine in die Hand nehmen. (Beine in die Hand nehmen. Bedeutung: Schnell laufen oder fliehen.)

Lass uns nicht den Teufel an die Wand malen; vielleicht wird alles gut ausgehen. (Teufel an die Wand malen. Bedeutung: Schlechtes voraussehen, pessimistisch in Zukunft schauen oder übertreiben.)

Er hat seine Hausaufgaben vergessen und sitzt jetzt in der Tinte. (In der Tinte sitzen. Bedeutung: In Schwierigkeiten sein.)

Könntest du das Problem bitte auf den Punkt bringen? Ich habe nicht viel Zeit. (Auf den Punkt bringen. Bedeutung: Etwas klar und prägnant formulieren.)

Wir sollten mit offenen Karten spielen und unsere Erwartungen klar kommunizieren. (Mit offenen Karten spielen. Bedeutung: Ehrlich und transparent sein.)

Die Lösung des Problems lag auf der Hand, aber niemand wollte sie sehen. (Auf der Hand liegen.
Bedeutung: Etwas ist offensichtlich oder klar.)

Er dachte, er könnte uns mit seiner Ausrede überzeugen, aber Lügen haben kurze Beine, und wir haben die Wahrheit schnell herausgefunden. (Lügen haben kurze Beine. Bedeutung: Unwahrheiten kommen schnell ans Licht.)

In dem Interview plauderte der alte Schauspieler aus dem Nähkästchen und erzählte Geschichten aus seiner Karriere. (Aus dem Nähkästchen plaudern. Bedeutung: Geheimnisse oder persönliche Geschichten erzählen.)

Nach der Party sah es in der Küche aus wie bei Hempels unterm Sofa – überall lagen Teller und Gläser herum. (Wie bei Hempels unterm Sofa. Bedeutung: Ein Chaos oder eine Unordnung.)

Wenn du alle Schüler über einen Kamm scherst, wirst du den unterschiedlichen Talenten nicht gerecht. (Alles über einen Kamm scheren. Bedeutung: Verschiedene Dinge oder Personen pauschal und undifferenziert behandeln oder beurteilen)

Bei der Frage, ob man für den Umweltschutz mehr Steuern zahlen sollte, scheiden sich die Geister. (Da scheiden sich die Geister. Bedeutung: Unterschiedliche Meinungen oder Ansichten zu einem Thema.)

Er hat ihr Honig ums Maul geschmiert, um sie zu überzeugen, ihm bei seinem Projekt zu helfen. (Honig ums Maul schmieren. Bedeutung: Jemand anderem schmeicheln oder Komplimente machen, um ihn zu manipulieren oder gewisse Absichten zu verfolgen.)

Es wird schwer, aber halt die Ohren steif; bald wird alles besser. (Halt die Ohren steif. Bedeutung: Mut und Stärke zusprechen.)

Merk dir

Deutsche Redewendungen ergeben nicht immer Sinn und sind für Deutschlernende oft schwer zu deuten. Deshalb solltest du die bekanntesten Redensarten lernen, wobei dir vor allem die Bedeutung klar sein muss.

Nur so kannst du die deutsche Sprache wirklich verstehen und dich komplett integrieren, indem du die passenden Redensarten selbst verwendest.

Zusammenfassung

  • Redewendungen sind kurze Bestandteile von Sätzen, die eine gewisse Bedeutung haben. Da es Versinnbildlichungen sind, ist die Bedeutung der Redensart nicht dieselbe wie die der einzelnen Wörter. Deshalb kannst du Redewendungen auch nicht in andere Sprachen übersetzen. (“Da wird der Hund in der Pfanne verrückt!”)
  • In der deutschen Sprache gibt es etwa 300.000 Redewendungen. Viele Redensarten haben ihren Ursprung im Mittelalter, einige wurden im Verlaufe der Zeit geändert oder kommen noch heute neu dazu. (“Ich glaub, mein Schwein pfeift!”)
  • Als Deutschlernende/r wird es dir schwer fallen, solche Redensarten zu verstehen, denn die Bedeutung kann stark von dem Inhalt der Aussage abweichen. Deshalb solltest du die Bedeutungen der Redewendungen kennen, um die Absicht im Gespräch zu verstehen und die Redensarten sinnvoll zu nutzen. (“Also halt die Ohren steif und mach weiter.”)

Über – Akkusativ oder Dativ?

Über ist eine Präposition, auf die der Akkusativ und der Dativ folgen kann. Beide Fälle sind richtig. Mit dem Akkusativ nach über beschreibst du eine Richtung, während über und Dativ eine Position angeben. Damit du keine Fehler beim Schreiben oder Sprechen machst, solltest du den Unterschied kennen.

Beispiel: “Der Mond leuchtet über der Stadt und die Wolken ziehen über die Dächer.”

Über der Stadt steht im Dativ, weil es eine Position ist und du fragen kannst: Wo leuchtet der Mond? Über der Stadt. Über die Dächer ist im Akkusativ, weil sich die Wolken in eine Richtung bewegen. Du fragst: Wohin ziehen die Wolken? Über die Dächer.

Dieser Artikel hilft dir, in Zukunft den richtigen Kasus nach der Präposition über zu wählen. Erklärungen, Beispiele und Grafiken zeigen dir auf, wann du den Akkusativ und wann du den Dativ nach über verwenden musst.

Ich erkläre dir auch, was du bei Verben mit der Präposition über beachten musst und wie du das Präpositionaladverb verwendest.

Los geht’s! 🙂

über Akkusativ oder Dativ? (Deutsche Grammatik) Grafische Erklärung mit Beispielen

Welcher Fall nach über – Akkusativ oder Dativ?

Über ist eine klassische Wechselpräposition wie in, auf oder zwischen. Das heißt, dass du manchmal den Akkusativ und manchmal den Dativ verwenden musst. Das schauen wir uns aber etwas genauer an.

Über mit Dativ

Die Präposition über kann verschiedene Bedeutungen haben. Wenn du mit über eine feste Position oder Lage beschreibst, verwendest du den Dativ. Dann ist es eine lokale Präposition mit Dativ, die du mit wo erfragen kannst.

Die Lampe hängt über dem Tisch. (Wo hängt die Lampe? Über dem Tisch. Die Lampe hat eine feste Position, deshalb ist über dem Tisch im Dativ.)

Der Regenbogen ist über dem Wald. (Wo ist der Regenbogen? Über dem Wald. Auch hier hat der Regenbogen eine feste Position, deshalb folgt auf über der Dativ.)

Über dem Fluss gibt es eine Brücke. (Wo gibt es eine Brücke? Über dem Fluss. Die Brücke hat eine feste Position, weshalb du den Dativ nach über verwendest.)

Der Krug steht über dem Feuer. (Wo steht der Krug? Über dem Feuer. Der Krug steht fest an seiner Position, deshalb verwendest du den Dativ.)

Die Sterne leuchten über der Stadt. (Wo leuchten die Sterne? Über der Stadt. Feste Position der Sterne und deshalb Dativ.)

Die Flagge weht über dem Gebäude. (Wo weht die Flagge? Über dem Gebäude. Feste Position der Flagge und deshalb Dativ.)

Tipp

Sobald du mit der Präposition keinen festen Standort, keine Position und keine lokale Lage beschreibst, brauchst du den Akkusativ nach über.

Über mit Akkusativ

Die Präposition über kann weitere Bedeutungen haben, dann verwendest du den Akkusativ. Es kann eine lokale Präposition sein, die eine Richtung angibt (Wohin?). Als temporale Präposition kannst du mit über einen Zeitraum angeben (Wann?). Die modale Präposition über beschreibt eine Art und Weise oder ein Mittel (Wie?) und wenn du über als Adverb nutzen möchtest, bedeutet über mehr als oder länger als (Wie viel? / Wie lange?). Aber das schauen wir uns anhand einiger Beispiele an:

Das Flugzeug fliegt über die Stadt. (Wohin fliegt das Flugzeug? Über die Stadt. Hier hast du über als lokale Präposition mit einer Richtung, deshalb nutzt du den Akkusativ.)

Er klettert über den Berg. (Wohin klettert er? Über den Berg. Wieder ist über eine lokale Präposition mit einer Richtung – es folgt der Akkusativ.)

Die Schule ist über den Sommer geschlossen. (Wann ist die Schule geschlossen? Über den Sommer. Die temporale Präposition über gibt einen Zeitraum an, deshalb folgt der Akkusativ.)

Ich habe übers Wochenende Zeit für dich. (Wann habe ich Zeit für dich? Übers Wochenende. Wieder gibt die temporale Präposition über einen Zeitraum an – es folgt der Akkusativ.)

Er lernte über mehrere Wochen für die Prüfung. (Wie lange lernte er für die Prüfung? Über mehrere Wochen. In diesem Beispiel ist über ein Adverb, denn er lernte länger als mehrere Wochen.)

Ich habe über drei Portionen gegessen. (Wie viel habe ich gegessen? Über drei Portionen. Auch hier ist über ein Adverb, das aussagt, dass ich mehr als drei Portionen gegessen habe.)

Wir haben die Neuigkeiten über das Telefon mitgeteilt. (Wie haben wir die Neuigkeiten mitgeteilt? Über das Telefon. Über gibt in diesem Beispiel eine Art und Weise an, deshalb folgt der Akkusativ auf die modale Präposition.)

Ich bin über die Autobahn gefahren. (Wie bin ich gefahren? Über die Autobahn. Hier ist über eine modale Präposition mit Akkusativ, weil über die Autobahn eine Art und Weise angibt.)

Merk dir

Vielleicht hast du es schon gemerkt, aber wenn du die Kombination aus über + das hast, machst du daraus übers.

Verb mit Präposition über – Akkusativ oder Dativ?

Es gibt auch einige Verben mit Präposition, die du mit über kombinieren musst oder kannst. Auf solche Verben mit über folgt immer der Akkusativ. Das vereinfacht dir das Lernen, schau einmal:

Ich freue mich über das schöne Wetter. (sich freuen über + Akkusativ)

Ich denke über seine Zukunft nach. (nachdenken über + Akkusativ)

Lass uns über unseren nächsten Urlaub reden. (reden über + Akkusativ)

Wir diskutieren über die aktuellen politischen Themen. (diskutieren über + Akkusativ)

Sie hat sich über die neuen Kurse informiert. (sich informieren über + Akkusativ)

Wir haben alle über den lustigen Witz gelacht. (lachen über + Akkusativ)

Sie wundert sich über die plötzliche Veränderung. (sich wundern über + Akkusativ)

Die Frau beschwert sich über den Lärm. (sich beschweren über + Akkusativ)

Über als Präpositionaladverb

Nutzt du ein Verb mit der Präposition über, brauchst du ein anschließendes Substantiv oder Pronomen im Akkusativ. Möchtest du das nicht noch einmal schreiben oder kennst es nicht, kannst du auch das Präpositionaladverb nutzen. Dann suchst du den richtigen Satzteil mit den Fragen worüber, über was oder über wen und ersetzt den ganzen Satzteil mit darüber. Das geht so:

Beispielsätze Beispielsätze mit für als Präpositionaladverb
Ich freue mich über das schöne Wetter. (Worüber / Über was freue ich mich? Über das schöne Wetter.) Ich freue mich darüber. (Den Satzteil über das schöne Wetter ersetzt du durch darüber.)
Ich denke über seine Zukunft nach. (Worüber / Über was denke ich nach? Über seine Zukunft.) Ich denke darüber nach. (Den Satzteil über seine Zukunft ersetzt du durch darüber.)
Lass uns über unseren nächsten Urlaub reden. (Worüber / Über was lass uns reden? Über unseren nächsten Urlaub.) Lass uns darüber reden. (Den Satzteil über unseren nächsten Urlaub ersetzt du durch darüber.)
Wir diskutieren über die aktuellen politischen Themen. (Worüber / Über was diskutieren wir? Über die aktuellen politischen Themen.) Wir diskutieren darüber. (Den Satzteil über die aktuellen politischen Themen ersetzt du durch darüber.)
Sie hat sich über die neuen Kurse informiert. (Worüber / Über was hat sie sich informiert? Über die neuen Kurse.) Sie hat sich darüber informiert. (Den Satzteil über die neuen Kurse ersetzt du durch darüber.)
Wir haben alle über den lustigen Witz gelacht. (Worüber / Über was haben wir alle gelacht? Über den lustigen Witz.) Wir haben alle darüber gelacht. (Den Satzteil über den lustigen Witz ersetzt du durch darüber.)
Sie wundert sich über die plötzliche Veränderung. (Worüber / Über was wundert sie sich? Über die plötzliche Veränderung.) Sie wundert sich darüber. (Den Satzteil über die plötzliche Veränderung ersetzt du durch darüber.)
Die Frau beschwert sich über den Lärm. (Worüber / Über was beschwert sich die Frau? Über den Lärm.) Die Frau beschwert sich darüber. (Den Satzteil über den Lärm ersetzt du durch darüber.)

Zusammenfassung

  • Über ist eine Wechselpräposition, die du mit Akkusativ und Dativ verwenden kannst. Ist über eine lokale Präposition, die eine feste Position angibt, brauchst du den Dativ (Die Spinne hängt über dem Tisch – Wo?). Über als lokale Präposition mit Richtungsangabe erfordert den Akkusativ. (Die Spinne läuft über den Tisch – Wohin?).
  • Über kann noch weitere Bedeutungen haben. Es kann eine temporale und modale Präposition sein oder als Adverb eine Verwendung finden. Bei solchen Bedeutungen der Präposition über nutzt du immer den Akkusativ. (Der Streit zieht sich schon über Monate.)
  • Hast du eine feste Kombination aus Verb und über, dann brauchst du immer den Akkusativ (diskutieren über + Akkusativ, lachen über + Akkusativ oder sich wundern über + Akkusativ). Falls du das Subjekt oder Pronomen nach über nicht angeben möchtest, kannst du das Präpositionaladverb darüber nutzen. (Wir diskutieren über die Prüfung – Wir diskutieren darüber.)

Für – Akkusativ oder Dativ?

Die Präposition für verlangt immer nach dem Akkusativ. Wenn du für in einem Satz verwendest, musst du darauf achten, dass der nachfolgende Satzteil im Akkusativ steht. Nur dann ist der Satz korrekt.

Beispiel: “Das Geschenk ist für dich.”

Dich steht im Akkusativ, weil das Pronomen direkt auf die Präposition für folgt.

In diesem Artikel erkläre ich dir, welche Bedeutungen die Präposition für haben kann und welchen Kasus / Fall du danach verwenden musst. Viele Beispiele, Grafiken und Erklärungen zeigen dir auf, welchen Fall du nach einem Verb mit der Präposition für verwenden musst und wie du ein Präpositionaladverb aus für bilden kannst.

Los geht’s! 🙂

für Akkusativ oder Dativ? (Deutsche Grammatik) Grafische Erklärung mit Beispielen

Welcher Fall nach für – Akkusativ oder Dativ?

Für ist keine Wechselpräposition wie unter, auf oder an. Es ist eine Präposition, nach der immer ein Akkusativ folgen muss. Vielfach kannst du den Satzteil mit für und Akkusativ mithilfe der Fragen für wen, für was, für wann oder wofür isolieren. Aber das zeige ich dir jetzt anhand der Bedeutungen der Präposition für.

Merk dir

Bildest du einen Satz mit der Präposition für und dem Artikel das, dann musst du diese Kombination kürzen und zusammenfassen. Aus für + das wird fürs.

Temporale Präposition für mit Akkusativ

Für kann eine temporale Präposition sein, dann geht für auf eine Zeitdauer (für wie lange?) oder einen Zeitpunkt (für wann?) ein. Nach für folgt der jeweilige Zeitpunkt oder die Zeitdauer im Akkusativ. Schau einmal, das meine ich:

Ich habe das Buch für zwei Wochen ausgeliehen. (Für wie lange habe ich das Buch ausgeliehen? Für zwei Wochen. Zwei Wochen steht im Akkusativ, weil es nach der temporalen Präposition für steht.)

Wir planen die Feier für nächsten Freitag. (Für wann planen wir die Feier? Für nächsten Freitag. Nächsten Freitag steht im Akkusativ, weil es nach für steht.)

Er bleibt für eine Stunde im Restaurant. (Für wie lange bleibt er im Restaurant? Für eine Stunde. Eine Stunde steht im Akkusativ.)

Ich habe das Essen für das Wochenende vorbereitet. (Für wann habe ich das Essen vorbereitet? Für das Wochenende. Das Wochenende steht im Akkusativ.)

Die Ausstellung ist für einen Monat geöffnet. (Für wie lange ist die Ausstellung geöffnet? Für einen Monat. Einen Monat steht im Akkusativ.)

Ich brauche das Projekt für Ende des Monats. (Für wann brauche ich das Projekt? Für Ende des Monats. Ende des Monats steht im Akkusativ, wobei des Monats der Zusatz im Genitiv ist.)

Modale Präposition für mit Akkusativ

Für kannst du auch als modale Präposition verwenden. In dem Fall kann für eine Beziehung, einen Preis oder eine Zugehörigkeit angeben. Auch wenn die Bedeutung anders ist, brauchst du nach für den Akkusativ. Du kannst nach für was / wofür, für wen oder für wie viel fragen. Hier ein paar Beispiele:

Das Geschenk ist für dich. (Für wen ist das Geschenk? Für dich. Dich steht im Akkusativ, weil es auf für folgt.)

Ich kaufe Blumen für meine Mutter. (Für wen kaufe ich die Blumen? Für meine Mutter. Meine Mutter steht im Akkusativ.)

Ich habe das Auto für einen dreistelligen Betrag gekauft. (Für wie viel habe ich das Auto gekauft? Für einen dreistelligen Betrag. Einen dreistelligen Betrag steht im Akkusativ.)

Er hat das Haus für eine Million Euro verkauft. (Für wie viel hat er das Haus verkauft? Für eine Million Euro. Eine Million Euro steht im Akkusativ.)

Er ist bekannt für seine kreativen Ideen. (Für was / Wofür ist er bekannt? Für seine kreativen Ideen. Seine kreativen Ideen steht im Akkusativ.)

Es gibt einen neuen Angestellten für unser Team. (Für was / Wofür gibt es einen neuen Angestellten? Für unser Team. Unser Team steht im Akkusativ.)

Finale Präposition für mit Akkusativ

Die Präposition für kannst du auch verwenden, um ein Ziel oder einen Zweck anzugeben. Dann ist für eine finale Präposition, die du mithilfe der Fragen wofür oder für was aus dem Satz isolieren kannst. So geht es:

Er hat sich für einen neuen Job entschieden. (Wofür / Für was hat er sich entschieden? Für einen neuen Job. Einen neuen Job steht nach für im Akkusativ.)

Sie engagiert sich für die Umwelt. (Wofür / Für was engagiert sie sich? Für die Umwelt. Die Umwelt ist im Akkusativ.)

Sie trainiert für den Wettkampf. (Wofür / Für was trainiert sie? Für den Wettkampf. Den Wettkampf steht nach der Präposition im Akkusativ.)

Ich habe das Auto für die lange Reise vorbereitet. (Wofür / Für was habe ich das Auto vorbereitet? Für die lange Reise. Die lange Reise steht im Akkusativ.)

Wir haben uns für einen gesunden Lebensstil entschieden. (Wofür / Für was haben wir uns entschieden? Für einen gesunden Lebensstil. Einen gesunden Lebensstil ist im Akkusativ.)

Meine Schwester spart Geld für einen neuen Laptop. (Wofür / Für was spart meine Schwester Geld? Für einen neuen Laptop. Einen neuen Laptop ist das Ziel, steht nach für und ist im Akkusativ.)

Verb mit Präposition für – Akkusativ oder Dativ?

Oft findest du die Präposition in Kombination mit einem Verb vor. Es gibt viele solcher Verben, auf die eine Präposition folgen muss und einige verlangen die Präposition für. Anschließend folgt wieder der Akkusativ, wie du anhand der folgenden Beispiele siehst:

Er arbeitet für ein neues Unternehmen. (arbeiten für + Akkusativ)

Ich bedanke mich für die Einladung. (sich bedanken für + Akkusativ)

Der Bewerber eignet sich für den Job. (eignen für + Akkusativ)

Das Paar hat sich für eine Hochzeit am Strand entschieden. (sich entscheiden für + Akkusativ)

Sie kämpft für ihren Traum. (kämpfen für + Akkusativ)

Wir interessieren uns für das Haus. (sich interessieren für + Akkusativ)

Merk dir

Egal, welche Bedeutung die Präposition für hat oder nach welchem Verb die Präposition folgt, der anschließende Satzteil ist immer im Akkusativ.

Für als Präpositionaladverb

Bei Kombinationen aus Verb + für muss danach ein Pronomen oder ein Substantiv folgen. Möchtest du das Substantiv mit Artikel nicht noch einmal erwähnen, weil es zum Beispiel schon im Satz davor steht, so kannst du aus für ein Präpositionaladverb machen. Das geht so:

Beispielsätze Beispielsätze mit für als Präpositionaladverb
Er arbeitet für ein neues Unternehmen. (Für was / Wofür arbeitet er? Für ein neues Unternehmen.) Er arbeitet dafür. (Den Satzteil für ein neues Unternehmen ersetzt du durch dafür.)
Ich bedanke mich für die Einladung. (Für was / Wofür bedanke ich mich? Für die Einladung.) Ich bedanke mich dafür. (Den Satzteil für die Einladung ersetzt du durch dafür.)
Der Bewerber eignet sich für den Job. (Für was / Wofür eignet sich der Bewerber? Für den Job.) Der Bewerber eignet sich dafür. (Den Satzteil für den Job ersetzt du durch dafür.)
Das Paar hat sich für eine Hochzeit am Strand entschieden. (Für was / Wofür hat sich das Paar entschieden? Für eine Hochzeit am Strand.) Das Paar hat sich dafür entschieden. (Den Satzteil für eine Hochzeit am Strand ersetzt du durch dafür.)
Sie kämpft für ihren Traum. (Für was / Wofür kämpft sie? Für ihren Traum.) Sie kämpft dafür. (Den Satzteil für ihren Traum ersetzt du durch dafür.)
Wir interessieren uns für das Haus. (Für was / Wofür interessieren wir uns? Für das Haus.) Wir interessieren uns dafür. (Den Satzteil für das Haus ersetzt du durch dafür.)

Zusammenfassung

  • Nach für musst du immer den Akkusativ verwenden, da es keine Wechselpräposition ist. Die Bedeutung – temporal, modal oder final – spielt keine Rolle, es folgt immer der Akkusativ. (Den Ausflug habe ich für dich geplant.)
  • Auch bei der Kombination von Verb + für brauchst du danach den Akkusativ. Solche Verben mit Präposition für gibt es im Deutschen sehr oft. (Ich frage für einen Freund.)
  • Möchtest du das Substantiv oder Pronomen nach einem Verb mit für weglassen, so musst du das Präpositionaladverb nutzen. Andernfalls ist der Satz unlogisch und falsch. Das Präpositionaladverb ist dafür. (Die Menschen demonstrieren für ihre Rechte. – Die Menschen demonstrieren dafür.)

Von – Dativ oder Akkusativ?

Die Präposition von verlangt immer nach dem Dativ. Wenn du also von in der deutsche Sprache benutzt, musst du darauf achten, dass du das darauffolgende Substantiv mit Artikel oder Pronomen immer in den Dativ setzt.

Beispiel: “Das ist die Schwester von meiner Freundin.”

Die Frage in dem Beispiel lautet: “Von wem ist das die Schwester?” Und die Antwort wäre: “Von meiner Freundin.” Meiner Freundin ist im Dativ, weil es direkt auf die Präposition von folgt.

Dieser Artikel erklärt dir mit vielen Beispielen, Erklärungen und Grafiken, wie du die Präposition von verwenden kannst. Du erfährst, dass du nach von immer den Dativ verwenden musst und das auch bei Verben mit Präposition. Ganz am Schluss gehe ich auch darauf ein, wie du aus der Präposition von ein Präpositionaladverb machen kannst.

Doch starten wir mit dem korrekten Fall nach von.

Von Akkusativ oder Dativ? (Deutsche Grammatik) Grafische Erklärung mit Beispielen

Welcher Fall nach von – Dativ oder Akkusativ?

Von ist keine Wechselpräposition wie auf oder an, sondern eine Präposition, die stets nach dem Dativ verlangt. Um den Satzteil mit von zu isolieren, kannst du nach von wem, von was oder wovon fragen. Die Präposition selbst kann aber unterschiedliche Bedeutungen haben, deshalb gehen wir darauf etwas genauer ein.

Merk dir

Hast du in einem Satz eine Kombination aus von + dem, so entsteht daraus ein neues Wort – vom.

Temporale Präposition von mit Dativ

Von kann eine temporale Präposition sein, dann gibt von mit Zusatz einen Ausgangspunkt oder eine Zeitspanne an. In diesen Fällen kannst du nach wann oder ab wann fragen. Hier ein paar Beispiele dazu:

Von Montag bis Freitag habe ich Unterricht. (Wann habe ich Unterricht? Von Montag bis Freitag. Auch wenn bei von Montag bis Freitag ein Artikel zur klaren Erkennung des Dativs fehlt, steht der Teil im Dativ.)

Die Ausstellung ist von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. (Wann ist die Ausstellung geöffnet? Von 10 Uhr bis 18 Uhr. Auch hier fehlt ein klarer Artikel oder ein Pronomen, trotzdem steht von 10 Uhr bis 18 Uhr im Dativ.)

Wir sind von Januar bis März im Urlaub. (Wann sind wir im Urlaub? Von Januar bis März. Auch hier steht der Teil von Januar bis März im Dativ.)

Wir sind von nächstem Wochenende an für zwei Wochen weg. (Ab wann sind wir für zwei Wochen weg? Von nächstem Wochenende an. Wiederum folgt auf die Präposition von der Dativ.)

Der Vertrag gilt von diesem Tag an. (Ab wann gilt der Vertrag? Von diesem Tag an. Auch hier stehen das Pronomen und Substantiv nach von im Dativ.)

Sie haben vom frühen Morgen bis zum späten Abend gearbeitet. (Wann haben sie gearbeitet? Vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Wie du siehst, verwendest du wieder den Dativ nach von.)

Lokale Präposition von mit Dativ

Vielfach wird von als lokale Präposition verwendet. Dann kannst du einen Ort oder eine Person als Ausgangspunkt und eine Herkunft beschreiben. Bei einer solchen Bedeutung der Präposition fragst du von wo aus oder woher – schau mal.

Ich kann von meiner Wohnung den Park sehen. (Von wo kann ich den Park sehen? Von meiner Wohnung. Auf von folgt der Dativ.)

Der Hund läuft vom Garten in das Haus. (Von wo läuft der Hund in das Haus? Vom Garten. Von + dem wird zu vom und somit steht dem Garten im Dativ.)

Wir kommen gerade vom Strand. (Woher / Von wo kommen wir gerade? Vom Strand. Auf von folgt der Dativ und hier wird von + dem zusammengefasst zu vom.)

Sie sind von der Stadt aufs Land gefahren. (Von wo sind sie aufs Land gefahren? Von der Stadt. Der Satzteil nach von ist im Dativ.)

Der Mann kommt von München. (Woher kommt der Mann? Von München. München steht im Dativ, beschreibt aber nicht die Heimat des Mannes, sondern seinen Ausgangspunkt.)

Er fährt vom Süden Deutschlands bis nach Berlin. (Von wo fährt er bis nach Berlin? Vom Süden Deutschlands. Auch in diesem Beispielsatz hast du von mit anschließendem Dativ.)

Kausale Präposition von mit Dativ

Möchtest du mit von eine Ursache beschreiben, dann nutzt du die Präposition kausal. Das funktioniert vor allem im Passiv, wenn nach der Präposition von der Ursacher folgt. Ich zeige dir das anhand einiger Beispiele etwas genauer:

Das Paket ist von der Post geliefert worden. (Von wem ist das Paket geliefert worden? Von der Post. Hier haben wir ein typisches Passiv, denn du könntest den Satz auch aktiv gestalten: Die Post hat das Paket geliefert.)

Das Auto wurde von Hagelkörnern beschädigt. (Von was wurde das Auto beschädigt? Von Hagelkörnern. Auch diesen Passivsatz kannst du positiv formulieren: Hagelkörner haben das Auto beschädigt.)

Er wurde von seinem Hund gebissen. (Von wem wurde er gebissen? Von seinem Hund. Aktiver Satz: Sein Hund hat ihn gebissen.)

Der Zug wurde von einem Blitz getroffen. (Von was wurde der Zug getroffen? Von einem Blitz. Aktiver Satz: Ein Blitz hat den Zug getroffen.)

Sie wurde von ihrem Freund verlassen. (Von wem wurde sie verlassen? Von ihrem Freund. Aktiver Satz: Ihr Freund hat sie verlassen.)

Die Kinder wurden vom langen Marsch müde. (Von was wurden die Kinder müde? Vom langen Marsch. Aktiver Satz: Der lange Marsch hat die Kinder müde gemacht.)

Modale Präposition von mit Dativ

Nutzt du von als modale Präposition, so kannst du eine Art und Weise oder auch ein Mittel ausdrücken. Dann beschreibt der Satzteil mit von das Wie oder Wie viele. Am besten erkläre ich dir das anhand einiger Beispielsätze:

Die Prüfung haben nur fünf von 20 Schülern bestanden. (Von wie vielen Schülern haben nur fünf die Prüfung bestanden? Von 20 Schülern. Hier geht es klar um eine Menge, dabei hast du nach von den Dativ.)

Drei von zehn Ländern schließen den Vertrag ab. (Von wie vielen Ländern schließen drei den Vertrag ab? Von zehn Ländern. Auch hier geht es um eine Menge mit von und Dativ.)

Ich träume von einer glücklichen Zukunft. (Von was träume ich? Von einer glücklichen Zukunft. Du nutzt die Präposition von, um davon zu erzählen, wie deine Zukunft aussieht.)

Wir lernen viel von den Fehlern der Vergangenheit. (Von was lernen wir viel? Von den Fehlern der Vergangenheit. In diesem Beispiel verwendest du die Präposition, um zu erklären, wie du lernst – nämlich von Fehlern.)

Sie hat es von einem Freund erfahren. (Von wem hat sie es erfahren? Von einem Freund. Der Satz beschreibt, wie sie es erfahren hat.)

Ich habe viel von dir gelernt. (Von wem habe ich viel gelernt? Von dir. Wiederum drückt von + Pronomen eine Art und Weise aus, wie ich gelernt habe.)

Tipp

Oftmals kannst du mit der Präposition von auch einen Genitiv im Satz umgehen, indem von eine Zugehörigkeit oder einen Besitz anzeigt. Aus Satzteilen wie die Frau des Nachbarn, die Schwester der Freundin oder die Leine des Hundes machst du einfach die Frau vom Nachbarn, die Schwester von der Freundin oder die Leine vom Hund – aber natürlich immer mit Dativ.

Verb mit Präposition von – Dativ oder Akkusativ?

Wie du wahrscheinlich schon weißt, gibt es Verben, die du mit einer Präposition verwenden kannst oder gar musst. Auch von kommt in Kombination mit einigen Verben zum Einsatz. Hier ein paar Beispiele.

Ich träume von einer Weltreise. (träumen von + Dativ)

Er erzählt von seinem Ausflug. (erzählen von + Dativ)

Sie profitiert von der Unterstützung ihrer Freunde. (profitieren von + Dativ)

Wie hörten von neuen Entwicklungen im Projekt. (hören von + Dativ)

Sie sprechen von ihren Erfahrungen im Ausland. (sprechen von + Dativ)

Ich weiß vom neuen Angebot im Geschäft. (wissen von + Dativ)

Wir haben von den Änderungen im Plan erfahren. (erfahren von + Dativ)

Merk dir

Auch wenn du die Kombination von Verb + von vorfindest, musst du nicht lange überlegen, sondern kannst immer den Dativ nutzen. Merk dir also: Verb + von + Dativ.

Von als Präpositionaladverb

Nach einem Verb mit Präposition von muss immer ein Substantiv oder Pronomen folgen. Ist das nicht der Fall, weil du auf das notwendige Substantiv oder Pronomen schon im vorhergehenden Satz eingegangen bist, so musst du aus von ein Präpositionaladverb machen. Das geht so:

Beispielsätze Beispielsätze mit von als Präpositionaladverb
Ich träume von einer Weltreise. (Von was / Wovon träume ich? Von einer Weltreise.) Ich träume davon. (Den Satzteil von einer Weltreise ersetzt du durch davon.)
Er erzählt von seinem Ausflug. (Von was / wovon erzählt er? Von seinem Ausflug.) Er erzählt davon. (Den Satzteil von seinem Ausflug ersetzt du durch davon.)
Sie profitiert von der Unterstützung ihrer Freunde. (Von was / Wovon profitiert sie? Von der Unterstützung ihrer Freunde.) Sie profitiert davon. (Den Satzteil von der Unterstützung ihrer Freunde ersetzt du durch davon.)
Wir hörten von neuen Entwicklungen im Projekt. (Von was / Wovon hörten wir? Von neuen Entwicklungen im Projekt.) Wir hörten davon. (Den Satzteil von neuen Entwicklungen im Projekt ersetzt du durch davon.)
Sie sprechen von ihren Erfahrungen im Ausland. (Von was / Wovon sprechen sie? Von ihren Erfahrungen im Ausland.) Sie sprechen davon. (Den Satzteil von ihren Erfahrungen im Ausland ersetzt du durch davon.)
Ich weiß vom neuen Angebot im Geschäft. (Von was / Wovon weiß ich? Vom neuen Angebot im Geschäft.) Ich weiß davon. (Den Satzteil vom neuen Angebot im Geschäft ersetzt du durch davon.)
Wir haben von den Änderungen im Plan erfahren. (Von was / Wovon haben wir erfahren? Von den Änderungen im Plan.) Wir haben davon erfahren. (Den Satzteil von den Änderungen im Plan ersetzt du durch davon.)

Zusammenfassung

  • Von ist keine Wechselpräposition, demnach folgt immer der Dativ auf von. Dabei kann die Präposition unterschiedliche Bedeutungen haben, es kann eine temporale, lokale, kausale und modale Präposition sein. Du kannst von auch verwenden, um den Genitiv zu umgehen und einen Besitz anzugeben. Trotzdem folgt immer der Dativ. (Die Katze ist von meiner Schwester.)
  • Verlangt ein Verb nach der Präposition von, musst du danach ebenfalls den Dativ verwenden. Bei vielen Verben musst du von nutzen, um einen korrekten Satz zu bilden. (Ich träume von einer Hochzeit oder er hört von dir.)
  • Folgt auf das Verb mit Präposition kein Substantiv oder Pronomen, dann ersetzt du den kompletten Satzteil mit einem Präpositionaladverb. Bei der Präposition von nutzt du das kurze Wort davon als Ersatz. (Ich weiß von deiner Affäre – ich weiß davon.)

Nach – Dativ oder Akkusativ?

Nach ist eine Präposition, die den Dativ verlangt. Wenn du einen Satz mit nach bildest, müssen das Substantiv und der Artikel oder das Pronomen nach dieser Präposition im Dativ stehen. Nur dann ist der Satz korrekt.

Beispiel: “Sie haben das Spiel nach einer Stunde abgebrochen.”

Nach einer Stunde steht im Dativ, weil die Präposition nach einen Dativ verlangt.

In diesem Artikel lernst du, dass auf die Präposition nach immer der Dativ folgt. Anhand vieler Beispiele, Erklärungen und Grafiken zeige ich dir, dass die Bedeutung oder Verwendung der Präposition nach keine Rolle spielt, wenn es um den anschließenden Kasus geht.

Deshalb starten wir sofort! 🙂

nach Dativ oder Akkusativ? (Deutsche Grammatik) Grafische Erklärung) mit Beispielen

Welcher Fall nach der Präposition nach – Dativ oder Akkusativ?

Die Präposition nach kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Sie kann sich auf einen Zeitpunkt, einen Ort oder einen Hinweis beziehen. Trotzdem folgt danach immer ein Dativ. Das erkläre ich dir gern etwas genauer und anhand von Beispielen:

Temporale Präposition nach mit Dativ

Du kannst nach als temporale Präposition nutzen, wenn du einen Zeitpunkt beschreiben möchtest. Dieser Zeitpunkt ist immer nach einem anderen Ereignis. In dem Fall kannst du auch oft nach dem Wann fragen.

Wir sind nach dem Film essen gegangen. (Wann sind wir essen gegangen? Nach dem Film. Der Film steht nach der Präposition im Dativ.)

Nach einer Stunde Wartezeit kam endlich der Bus. (Wann kam endlich der Bus? Nach einer Stunde Wartezeit. Eine Stunde Wartezeit steht wegen der Präposition nach im Dativ.)

Sie treffen sich nach der Schule. (Wann treffen sie sich? Nach der Schule. Auch hier steht die Schule im Dativ, weil das Substantiv mit Artikel auf die Präposition nach folgt.)

Ich werde nach der Ausbildung auf Weltreise gehen. (Wann werde ich auf Weltreise gehen? Nach der Ausbildung. Wiederum steht die Ausbildung im Dativ, weil das Substantiv mit Artikel nach der Präposition nach steht.)

Der Arzt kam nach einer Minute wieder zurück. (Wann kam der Arzt wieder zurück? Nach einer Minute. Aufgrund der Präposition nach steht eine Minute im Dativ.)

Er wird das Haus nach dem Winter renovieren. (Wann wird er das Haus renovieren? Nach dem Winter. Der Winter steht im Dativ, weil das Substantiv mit Artikel auf die Präposition nach folgt.)

Lokale Präposition nach mit Dativ

Nach kann auch eine lokale Präposition sein, dann kannst du nach dem Wohin fragen. Oftmals folgen auf die Präposition nach spezifische Orte, Länder, Regionen, Himmelsrichtungen oder Ortsadverbien. Auch wenn du hier manchmal keinen Artikel brauchst, bleibt das Substantiv, Pronomen oder Ortsadverb im Dativ.

Die Klasse fliegt nach Spanien. (Wohin fliegt die Klasse? Nach Spanien. Auch wenn Spanien keinen Artikel hat, ist das Substantiv im Dativ.)

Wir gehen nach Bayern. (Wohin gehen wir? Nach Bayern. Bayern steht nach der Präposition im Dativ, auch wenn kein Artikel darauf hinweist.)

Die Familie fährt nach Paris. (Wohin fährt die Familie? Nach Paris. Auch hier muss kein Artikel hin, trotzdem steht Paris im Dativ.)

Die Kinder gehen nach oben in ihr Zimmer. (Wohin gehen die Kinder? Nach oben. Wiederum ist nach eine lokale Präposition, auf die ein Dativ folgt.)

Die Wolken ziehen nach Norden. (Wohin ziehen die Wolken? Nach Norden. Hier kannst du nicht nach dem Norden sagen, trotzdem steht Norden auch ohne Artikel im Dativ.)

Sie laufen schnell nach Hause. (Wohin laufen sie schnell? Nach Hause. Obwohl der Ausdruck nach Hause keinen Artikel braucht, steht Haus im Dativ.

Merk dir

Es gibt Länder und Regionen, die du immer mit einem Artikel verwenden musst. Typische Beispiele sind die Schweiz oder die USA. Dann verwendest du nicht die Präposition nach, sondern in und den jeweiligen Artikel. Etwa so: “Wir reisen in die Schweiz.”

Modale Präposition nach mit Dativ

Zwar ist nach als modale Präposition eher selten, trotzdem wirst du sie ab und zu antreffen. Als modale Präposition weist nach auf etwas hin oder beschreibt ein Vorbild, wobei das anschließende Substantiv immer im Dativ steht – auch wenn teilweise kein Artikel vorhanden ist. Schau einmal, das meine ich:

Er hat das Projekt nach seinen Vorstellungen gestaltet. (Wonach hat er das Projekt gestaltet? Nach seinen Vorstellungen. Das Substantiv und Pronomen nach der Präposition stehen im Dativ.)

Die Studenten können das Zimmer nach Wunsch dekorieren. (Wonach können die Studenten das Zimmer dekorieren? Nach Wunsch. Hier folgt zwar kein Artikel oder Pronomen, trotzdem steht Wunsch nach der Präposition im Dativ.)

Die Veranstaltung verlief nach ihrem Plan. (Wonach verlief die Veranstaltung? Nach ihrem Plan. Wiederum folgt auf die Präposition nach ein Dativ.)

Die Schulung wird nach Plan stattfinden. (Wonach wird die Schulung stattfinden? Nach Plan. Zwar gibt es vor Plan keinen Artikel, trotzdem steht das Wort nach der Präposition im Dativ.)

Hamburg ist nach Berlin die bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands. (Wonach ist Hamburg die bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands? Nach Berlin. In diesem Satz setzt das Nach die zwei Städte in einer Beziehung und Berlin steht im Dativ, weil die Stadt auf die Präposition nach folgt.)

Das Team sollte meiner Meinung nach besser zusammenarbeiten. (Wonach sollte das Team besser zusammenarbeiten? Meiner Meinung nach. Hier siehst du eine Ausnahme in Bezug auf die Position der Präposition nach im Satz, weil sie dem Pronomen und Substantiv nachgestellt ist. Meine Meinung steht jedoch wieder im Dativ.

Merk dir

Meiner Meinung nach ist eine feste Wortverbindung, die in dieser Reihenfolge zusammengehört. In der spezifischen Verbindung wird die Präposition dem Pronomen und Substantiv nachgestellt. Das ist eine Ausnahme!

Verb mit Präposition nach und Dativ

Es gibt wie bei den Präpositionen auf, an oder in auch Verben, auf die die Präposition nach folgt. Zwar musst du solche Kombinationen aus Verb und nach auswendig lernen, aber das Substantiv oder Pronomen danach kannst du immer in den Dativ setzen. Das geht wie folgt:

Die Frau duftet nach tropischen Früchten. (duften nach + Dativ)

Der Kuchen schmeckt nach frischen Erdbeeren. (schmecken nach + Dativ)

Der Klient fragt nach dem Kundenservice. (fragen nach + Dativ)

Sie erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden. (sich erkundigen nach + Dativ)

Wir richten uns nach den älteren Personen der Reisegruppe. (sich richten nach + Dativ)

Die Kinder suchen nach einem Versteck. (suchen nach + Dativ)

Tipp

Verwechsle die Präposition nach nicht mit dem Präfix eines Verbs, denn bei trennbaren Verben kann das Präfix auch alleine im Satz stehen. Im Satz: “Ich hole die Prüfung später nach” ist das Nach keine Präposition, sondern ein Präfix des Verbs nachholen. Weitere solche trennbaren Verben wären nachschauen, nachfragen, nachgeben oder nachdenken.

Zusammenfassung

  • Nach ist keine Wechselpräposition, sondern verlangt immer nach dem Dativ. Du weißt jetzt also, dass nach der Präposition der Dativ folgen muss.(Wir gehen nach dem Film ins Bett.)
  • Auch wenn auf die Präposition nach immer ein Dativ folgt, kann nach unterschiedliche Bedeutungen haben. Es kann eine temporale Präposition (nach einer Stunde, nach dem Sommer oder nach dem Schlafen), eine lokale Präposition (nach München, nach Hause oder nach Italien) oder eine modale Präposition (nach Plan, nach Wunsch oder meiner Meinung nach) sein.
  • Einige Verben kannst du mit der Präposition nach verwenden. Auch in diesem Fall muss der Dativ auf die Präposition nach folgen. (Er duftet nach frischer Minze oder das schmeckt nach Vanille.)

In – mit Dativ oder Akkusativ?

Auf die Präposition in kann der Dativ oder der Akkusativ folgen, denn in ist eine Wechselpräposition. Kannst du nach dem Wo fragen, so folgt der Dativ. Bietet sich eher die Frage nach dem Wohin an, dann verwendest du nach in den Akkusativ.

Beispiel: “Ich gehe in die Schule und lerne in dem Schulzimmer Mathematik.”

In die Schule steht im Akkusativ, weil du nach dem Wohin fragen kannst, also: Wohin gehe ich?
In dem Schulzimmer ist im Dativ, weil die Frage lautet: Wo lerne ich?

Ich habe dir diesen Artikel verfasst, um dir genau zu erklären, wann du nach in den Dativ und wann den Akkusativ verwendest. Viele Erklärungen, Beispiele und Grafiken helfen dir, in Zukunft den richtigen Kasus nach in zu wählen.

Los geht’s! 🙂

in Dativ oder Akkusativ? (Deutsche Grammatik) Grafische Erklärung) mit Beispielen

Welcher Fall nach in – Dativ oder Akkusativ?

In ist eine klassische Wechselpräposition. Das heißt, dass je nach Bedeutung des Satzes ein Dativ oder ein Akkusativ folgt. Andere Wechselpräpositionen sind beispielsweise an, auf oder vor. Im Folgenden schauen wir uns genau an, wann du den Dativ und wann den Akkusativ nutzen solltest.

In mit Dativ

Bei in mit Dativ geht es um eine Position, einen Ort oder eine Ruhelage. In diesem Zusammenhang ist in eine lokale Präposition und du kannst nach dem Wo fragen. Schau dir doch dazu die Beispiele an:

Ich bin in der Bibliothek. (Wo bin ich? In der Bibliothek. Die Bibliothek steht im Dativ.)

Die Katze schläft in der Box. (Wo schläft die Katze? In der Box. Die Box steht im Dativ.)

Die Blumen sind in der Vase. (Wo sind die Blumen? In der Vase. Die Vase steht im Dativ.)

Er lebt in einem kleinen Dorf. (Wo lebt er? In einem kleinen Dorf. Das kleine Dorf steht im Dativ.)

Die Kinder sitzen in der ersten Reihe. (Wo sitzen die Kinder? In der ersten Reihe. Die erste Reihe steht im Dativ.)

Die Antwort steht im Buch. (Wo steht die Antwort? Im Buch. Das Buch steht im Dativ.)

Sie essen im neuen Restaurant. (Wo essen sie? Im neuen Restaurant. Das neue Restaurant steht im Dativ.)

Das Wasser ist in der Flasche. (Wo ist das Wasser? In der Flasche. Die Flasche steht im Dativ.)

In mit Akkusativ

Wenn auf die lokale Präposition in ein Akkusativ folgt, dann geht es um eine Richtung oder eine Handlung. Du kannst in dem Fall nach dem Wohin fragen. Damit du den Unterschied kennenlernst, habe ich dir die vorherigen Beispiele verändert.

Ich gehe in die Bibliothek. (Wohin gehe ich? In die Bibliothek. Die Bibliothek steht im Akkusativ.)

Die Katze springt in die Box zum Schlafen. (Wohin springt die Katze zum Schlafen? In die Box. Die Box steht im Akkusativ.)

Die Frau stellt die Blumen in die Vase. (Wohin stellt die Frau die Blumen? In die Vase. Die Vase steht im Akkusativ.)

Er zieht in ein kleines Dorf. (Wohin zieht er? In ein kleines Dorf. Das kleine Dorf steht im Akkusativ.)

Die Kinder setzen sich in die erste Reihe. (Wohin setzen sich die Kinder? In die erste Reihe. Die erste Reihe steht im Akkusativ.)

Ich schreibe die Antwort ins Buch. (Wohin schreibe ich die Antwort? Ins Buch. Das Buch steht im Akkusativ.)

Sie gehen ins neue Restaurant. (Wohin gehen sie? Ins neue Restaurant. Das neue Restaurant steht im Akkusativ.)

Das Wasser tropft in die Flasche. (Wohin tropft das Wasser? In die Flasche. Die Flasche steht im Akkusativ.)

Merk dir

Hast du die Kombination in + dem oder in + das, musst du die zwei Wörter zusammenfassen. Aus in + dem wird im und aus in + das wird ins.

Die bisherigen Beispiele haben sich auf in als lokale Präposition bezogen. Wenn in aber eine Zeit, ein Ereignis oder eine Zeitspanne angibt, wird es etwas komplizierter. Deshalb erkläre ich dir die temporale Präposition in etwas genauer.

In als temporale Präposition mit Akkusativ oder Dativ

In als temporale Präposition verlangt ebenfalls den Dativ und den Akkusativ. Hier spielt es eine Rolle, was die Präposition genau ausdrückt. Weist die Präposition auf eine spezifische Zeitspanne hin, dann brauchst du den Akkusativ. Oftmals kannst du den Satz mit bis ergänzen oder nach bis wann fragen. Ist ein Ereignis oder eine Handlung in oder nach einer Zeitspanne gemeint, folgt der Dativ und du kannst nach dem Wann fragen. Das hört sich vielleicht etwas kompliziert an, ich weiß. Deshalb folgen einige Beispiele für dich:

In als temporale Präposition mit Dativ In als temporale Präposition mit Akkusativ
Die Ausstellung ist im Frühling und im Sommer geöffnet. (Wann ist die Ausstellung geöffnet? Im Frühling und im Sommer.) Die Ausstellung ist (bis) in den Sommer geöffnet. (Bis wann ist die Ausstellung geöffnet? Bis in den Sommer.)
Sie feiert ihren Geburtstag in der Nacht. (Wann feiert sie ihren Geburtstag? In der Nacht.) Sie feiert ihren Geburtstag (bis) in die Nacht hinein. (Bis wann feiert sie ihren Geburtstag? Bis in die Nacht hinein.)
Er hat seine Leidenschaft für Kunst in der Kindheit entdeckt. (Wann hat er seine Leidenschaft für Kunst entdeckt? In der Kindheit.) Seine Leidenschaft für Kunst reicht zurück (bis) in die Kindheit. (Bis wann reicht seine Leidenschaft für Kunst zurück? Bis in die Kindheit.)
Die Schule ist im Juni zu Ende. (Wann ist die Schule zu Ende? Im Juni.) Das Schuljahr geht (bis) in den Juni. (Bis wann geht das Schuljahr? Bis in den Juni.)

Verb mit Präposition in – Dativ oder Akkusativ?

Weitere Ausnahmen musst du berücksichtigen, wenn die Präposition in zu einem Verb gehört. Dann kannst du nicht immer nach der klassischen Regel gehen, sondern musst genau wissen, welchen Kasus das Verb + in verlangt. Das erkläre ich dir genauer.

Verb mit in und Dativ

Es gibt Verben mit einer Präposition, die du mit in kombinieren musst. Anschließend verlangen solche Verben mit in einen Dativ. Dann sieht die Struktur so aus: Verb + in + Dativ. Zur Veranschaulichung habe ich einige Beispiele für dich:

Das Büro befindet sich in der dritten Etage. (sich befinden in + Dativ)

Ich habe mich in der Adresse geirrt. (sich irren in + Dativ)

Sein Erfolg besteht in harter Arbeit. (bestehen in + Dativ)

Die Lehrerin unterrichtet in Mathematik. (unterrichten in + Dativ)

Die Experten beraten in Fragen der Umweltpolitik. (beraten in + Dativ)

Er engagiert sich in der lokalen Gemeinschaft. (sich engagieren in + Dativ)

Verb mit in und Akkusativ

Andere Verben, auf die ein in folgt, verlangen dagegen einen Akkusativ. Dann sieht die Struktur so aus: Verb + in + Akkusativ. Auch hierzu habe ich dir einige Beispiele:

Er verliebt sich in seine Chefin. (sich verlieben in + Akkusativ)

Die Eltern investieren viel Zeit in die Erziehung ihrer Kinder. (investieren in + Akkusativ)

Die Diebe sind in mein Haus eingebrochen. (einbrechen in + Akkusativ)

Sie sind in Schwierigkeiten geraten. (geraten in + Akkusativ)

Der Frosch hat sich in einen Prinzen verwandelt. (sich verwandeln in + Akkusativ)

Die Diskussion artete in einen Streit aus. (ausarten in + Akkusativ)

Tipp

Damit du beim Schreiben oder Reden keine Fehler machst, solltest du solche Kombinationen mit Verb und Präposition auswendig lernen. Wichtig ist dabei, dass du auch direkt den dazugehörigen Fall lernst.

Zusammenfassung

  • In ist eine Wechselpräposition, auf die ein Dativ und ein Akkusativ folgen kann. Wenn du eine Position oder einen Ort beschreiben möchtest und nach dem Wo fragen kannst, nutzt du den Dativ (Die Kinder sind im Garten.) Fragst du nach dem Wohin und geht es eher um eine Handlung, dann folgt auf die Präposition in ein Akkusativ (Die Kinder gehen in den Garten.)
  • In kann abgesehen von der Verwendung als lokale Präposition auch eine temporale Präposition sein. Auch dann können beide Fälle nach in stehen. Kannst du nach dem Wann fragen, brauchst du den Dativ (Ich gehe in den Sommerferien nach Italien.) Wenn du ein bis einschieben oder nach bis wann fragen kannst, brauchst du den Akkusativ (Ich habe die Sprache bis in die Sommerferien geübt.)
  • Es gibt Verben mit der Präposition in, die einen spezifischen Fall verlangen (sich verlieben in + Akkusativ oder sich irren in + Dativ). Da solche Verben mit Präposition nicht einer gewissen Logik folgen, solltest du die Verben mit in und passendem Kasus auswendig lernen.

Bei – Dativ oder Akkusativ?

Bei ist eine Präposition, auf die immer ein Dativ folgt. Es ist eine wichtige Präposition, die du häufig verwenden wirst. Deshalb musst du die Pronomen oder Substantive nach der Präposition bei in den Dativ setzen.

Beispiel: “Sie ist bei ihrem Vater.”

Nach bei folgt der Dativ, deshalb steht ihrem Vater im Dativ. Du kannst fragen: “Wo / Bei wem ist sie?” und die Antwort ist: “Bei ihrem Vater.”

In diesem Artikel bringe ich dir die Präposition bei etwas näher und erkläre dir mithilfe von vielen Beispielen, Grafiken und Erklärungen, welcher Fall nach der Präposition bei folgt. Egal, ob es um ein Pronomen oder Substantiv nach bei geht oder ob du die Präposition in Kombination mit einem Verb nutzen möchtest.

Deshalb legen wir sofort los.

bei Dativ oder Akkusativ? (Deutsche Grammatik) Grafische Erklärung) mit Beispielen

Welcher Fall nach bei – Dativ oder Akkusativ?

Im Gegensatz zu auf, an oder in ist bei keine Wechselpräposition, sondern eine einfache Präposition, die immer nach einem Dativ verlangt. Demnach ist es falsch, wenn du nach bei den Akkusativ verwendest, pass hier also genau auf. Oftmals kannst du nach dem Wo fragen, um die Antwort mit bei und Dativ zu erhalten. Geht es um Personen, kannst du auch nach “bei wem” fragen.

Merk dir

Wenn du einen Satz mit der Präposition bildest, dann benutze nach bei immer den Dativ. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Substantiv mit Artikel oder nur ein Pronomen folgt.

Präposition bei mit Dativ

Die Präposition bei kannst du nutzen, um zu erklären, wo jemand oder etwas ist. Alternativ kann bei auch als temporale und konditionale Präposition dienen, um eine Gleichzeitigkeit oder Bedingung anzugeben. Eher seltener verwendest du bei kausal, indem die Präposition einen Grund einleitet. Doch es folgt immer der Dativ und das schauen wir uns anhand einiger Beispiele an:

Meine Kinder sind bei ihrer Lehrerin. (Hier wird bei als lokale Präposition mit anschließenden Dativ verwendet. Bei wem sind meine Kinder? Bei ihrer Lehrerin.)

Sie ist beim Konzert. (Auch hier ist bei eine lokale Präposition mit Dativ. Wo ist sie? Beim Konzert.)

Ich habe mich beim Spaziergang erkältet. (In dem Beispiel ist bei eine temporale Präposition, die wiederum den Dativ verlangt. Wann habe ich mich erkältet? Beim Spaziergang.)

Bei der Feier habe ich viele alte Freunde getroffen. (In diesem Satz nutze ich bei wieder als temporale Präposition mit anschließendem Dativ. Wann habe ich viele alte Freunde getroffen? Bei der Feier.)

Bei Regen gehe ich nicht in die Schule. (Hier ist bei eine konditionale Präposition mit dem Substantiv Regen im Dativ, die eine Bedingung beschreibt. Du kannst die Präposition bei mit wenn und dem passenden Verb ersetzen: Wenn es regnet, gehe ich nicht in die Schule.)

Melde dich bei Interesse. (Auch bei diesem Beispiel ist bei eine konditionale Präposition, denn du sollst dich nur melden, wenn du Interesse hast. Das Interesse steht wiederum im Dativ.)

Bei dem schlechten Wetter bleiben wir besser drinnen. (Bei ist in dem Beispiel eine kausale Präposition, denn es erklärt das Warum. Warum bleiben wir besser drinnen? Weil das Wetter schlecht ist. Dem schlechten Wetter steht nach der Präposition bei im Dativ.)

Bei der Müdigkeit gehe ich jetzt schon ins Bett. (Die Präposition bei ist hier wieder kausal, denn bei der Müdigkeit erklärt, weshalb ich jetzt schon ins Bett gehe. Die Müdigkeit steht nach der Präposition bei wieder im Dativ.)

Tipp

Aus der Präposition bei und dem maskulinen Artikel dem wird ein kombiniertes Wort: beim. Aus “Er steht bei dem Baum” wird also “Er steht beim Baum.”

Wie du siehst, kann die Präposition bei unterschiedliche Bedeutungen haben. Trotzdem folgt danach ein Pronomen oder Substantiv mit Artikel im Dativ. Das ist auch so, wenn du bei in Kombination mit einem Verb verwendest.

Verb mit Präposition bei und Dativ

Es gibt einige deutsche Verben, die du gemeinsam mit der Präposition bei verwenden kannst. Auch in solchen Fällen folgt immer der Dativ. Hier einige Beispielsätze für dich:

Ich helfe dir bei der Vorbereitung auf die Prüfung. (helfen bei + Dativ)

Wir bedanken uns bei dir für deine Hilfe. (sich bedanken bei + Dativ)

Er entschuldigt sich bei seiner Freundin für den Streit. (sich entschuldigen bei + Dativ)

Die Fans schauen beim Fussballspiel zu. (zuschauen bei + Dativ)

Mein Vater bewirbt sich bei dem neuen Unternehmen im Dorf. (sich bewerben bei + Dativ)

Der Arzt erkundigt sich bei mir über mein Wohlbefinden. (sich erkundigen bei + Dativ)

Ich arbeite bei einer internationalen Firma. (arbeiten bei + Dativ)

Zusammenfassung

  • Bei ist keine Wechselpräposition, sondern verlangt immer nach dem Dativ. Demnach musst du das darauffolgende Substantiv mit Artikel oder Pronomen in den Dativ setzen. (Sie essen bei ihren Großeltern.)
  • Die Präposition bei kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Sie kann einen Ort (Lokal: bei den Großeltern oder beim Geschäft), einen Grund (Kausal: bei der Hitze oder bei dem Stress), eine Bedingung (Konditional: bei Bedarf oder bei Kälte) oder eine Gleichzeitigkeit (Temporal: beim Essen oder beim Konzert) angeben, trotzdem folgt darauf immer der Dativ.
  • Es gibt einige Verben, die du in Kombination mit der Präposition bei verwenden kannst. Auch bei solchen Kombinationen nutzt du danach den Dativ. (Der Mann arbeitet bei seinem Vater.)