Verben mit Akkusativ

Weißt du, dass die meisten deutschen Verben eine Akkusativ-Ergänzung nutzen? Beispiele für Verben mit Akkusativ sind: anrufen, hören oder suchen.

In dieser Lektion erfährst du, was es heißt, wenn ein Verb einen Akkusativ fordert, welche das sind und warum du die Verben mit Akkusativ unbedingt kennen solltest.

Teste anschließend dein Wissen in den Übungen zu den Verben mit Akkusativ.

Verben mit Akkusativ – was solltest du über sie wissen?

Verben mit Akkusativ einfach erklärt
Verben mit Akkusativ sind Verben, die eine Ergänzung im Fall Akkusativ verlangen.

In der deutschen Grammatik gibt es Verben, die eine Ergänzung in einem konkreten Fall (Kasus) verlangen. Die meisten Verben brauchen eine Akkusativ-Ergänzung. 

Ergänzung? Ja, das ist ein Teil des Satzes, der ein Verb “ergänzt”. Eine Akkusativ-Ergänzung (auch Akkusativobjekt genannt) kann eine Sache bzw. ein Gegenstand oder eine Person sein. Der Akkusativ ist der 4. Fall im Deutschen und wird mit Wen? oder was? erfragt.

Sieh dir einige Beispiele von Verben mit einem Akkusativobjekt an:

  • „Der kleine Hund stört mich (wen? was?) bei der Arbeit.“
  • „Ich rufe meinen Freund (wen? was?) an.“

Gleich zeige ich dir noch mehr wichtige Verben mit dem Akkusativ, daher lies gerne weiter. 🙂

Merk dir

In der deutschen Sprache gibt es auch Verben mit festen Präpositionen (z. B. auf, für, um etc.), die ebenso einen bestimmten Fall verlangen. Das kann auch der Akkusativ sein, z. B. sich freuen auf + Akkusativ – „Ich freue mich auf deinen Besuch.“ 

Welche Verben verlangen den Akkusativ?- Liste und Beispiele

Wie bereits erwähnt, verlangen die meisten Verben im Deutschen eine Akkusativ-Ergänzung. Einige von den Verben mit Akkusativ sind:

anrufen, beneiden, besuchen, benutzen, erhalten, es gibt, essen, genießen, finden, fotografieren, haben, heiraten, hören, kennen, lassen, lesen, lieben, machen, mögen, nennen, öffnen, planen, schließen, sehen, suchen, tragen, trinken, übersetzen, vergessen, verstehen etc.

Beispiele:

  • „Ich habe (wen? was?) einen Hund.
  • „Ich kenne (wen? was?) diesen Mann.”
  • „Er trinkt (wen? was?) den Orangensaft.”
  • „Du besuchst (wen? was?) deinen Bruder.”
  • „Ich öffne (wen? was?) das Paket.”
  • „Ich genieße (wen? was?) die Sonne.”
  • „Sie mag (wen? was?) einen schwarzen Tee.“
Merk dir

Welche Verben welchen Fall verlangen, muss man auswendig lernen. Irgendwann geht der richtige Fall dann automatisch in Fleisch und Blut über und du musst immer weniger darüber nachdenken, welchen Fall du nach einem Verb nutzen musst. 🙂

Beispiel für Verben mit Akkusativ in der deutschen Grammatik, mit Foto von Anna.

Welche Verben verlangen einen doppelten Akkusativ?

Nach einigen Verben müssen sogar zwei Ergänzungen im Akkusativ stehen, damit der Satz verständlich wird. Wie sieht das in der Praxis genau aus? Es ist viel einfacher, als du denkst.

Nach diesen Verben stehen zwei Nomen (meist eine Person und eine Sache) im Akkusativ. Zum Glück gibt es nur sehr wenige dieser Verben:

abfragen, angehen (im Sinne von “betreffen”), kosten, lehren und nennen

Beispiele:

  • „Er nennt mich einen Lügner.“ („mich” + „einen Lügner” sind zwei Akkusativ-Ergänzungen)

Ohne eines der zwei Akkusativobjekte würde der Satz keinen Sinn ergeben. Denn man kann nicht sagen:

Er nennt mich.“ oder „Er nennt einen Lügner.“

  • „Er lehrt (wen?) die Kinder (was?) die spanische Sprache.
  • „Das kostet (wen?) meine Freundin (was?) unnötigen Stress.“
  • „Er fragt (wen?) die Schüler (was?) die Vokabeln ab.” (abfragen ist ein trennbares Verb, daher stehen ab- und -fragen getrennt)
  • „Was ich mache, geht (wen?) dich (was?) einen Dreck an.” (angehen ist ein trennbares Verb, daher stehen an- und -gehen getrennt)

Aber pass auf: In allen anderen Fällen, in denen angehen nicht “betreffen” bedeutet, reicht eine Akkusativ-Ergänzung aus. Beispiel: Ab morgen gehen wir die Sache an. (Wen oder was gehen wir ab morgen an? – Die Sache. Es steht nur „die Sache” im Akkusativ.)

Wie wird ein Satz mit einem Akkusativobjekt gebildet?

Es ist einfach, Sätze mit einem Akkusativobjekt zu bilden. Denke nur an die Regeln zur Wortstellung in einem normalen Aussagesatz in der deutschen Grammatik:

  1. Position: das Subjekt (wer? was?)
  2. Position: das Prädikat = das Verb (was macht?)
  3. Position: eine Akkusativ-Ergänzung

Beispiel:

  • Ich suche meine Jacke.“

Fragesätze mit Verben mit Akkusativobjekt werden auch nach dem „normalen” Schema gebildet, d. h. die Position vom Subjekt und Prädikat wird bei einer Frage getauscht):

  • Suchst du meine Jacke?

Verben mit Akkusativ – Zusammenfassung

  • In der deutschen Grammatik gibt es viele Verben, die eine Ergänzung in einem konkreten Fall (Kasus) verlangen.
  • Die meisten dieser Verben nutzen eine Akkusativ-Ergänzung.
  • Es gibt Verben, nach denen zwei Ergänzungen im Akkusativ stehen müssen, andernfalls ergibt sich kein grammatikalisch korrekter Satz.

Verben mit Akkusativ – Übungen

Übung macht den Meister! Deshalb habe ich für dich zahlreiche Übungsaufgaben mit Lösungen zum Thema „Verben mit Akkusativ“ vorbereitet. Kostenlos und ohne Registrierung! Einfach hier klicken und mit dem Lernen beginnen:

Häufige Fragen

Verben mit Akkusativ – was versteht man darunter?

Nach vielen deutschen Verben muss das Nomen im Akkusativ stehen, d. h. sein Artikel (und eventuell auch die Endung) muss an diesen Kasus angepasst werden, z. B. Ich kenne (wen? was?) deinen Nachbarn.” „Deinen Nachbarn” steht im Akkusativ, dem 4. Fall des Deutschen.

Woher weiß man, welche Verben den Akkusativ verlangen?

In vielen Fällen kannst du dich nach der Kontrollfrage des Akkusativs richten: Ich sehe einen Hund. – Wen oder was sehe ich? = Einen Hund. Andere Verben musst du auswendig lernen.

Welche Verben verlangen den Akkusativ?

Die Verben, nach denen ein Akkusativ folgt, sind: haben, mögen, sehen, fotografieren, kennen, besuchen, tragen, trinken, anrufen, verstehen, nennen, lassen, vergessen, genießen, beneiden, heiraten, suchen, finden, es gibt etc.

Verben mit dem doppeltem Akkusativ – was bedeutet das?

Nach einigen Verben muss man zweimal einen Akkusativ verwenden, d. h. beide Nomen müssen an den Akkusativ angepasst werden. Es gibt nur sehr wenige solcher Verben: abfragen, angehen, kosten, lehren und nennen. Ein Beispiel: Er lehrt die Kinder die spanische Sprache.

Wo steht das Akkusativobjekt im Satz?

Das Nomen im Akkusativ steht im Satz direkt nach dem Subjekt und dem Prädikat, z. B. Ich suche meine Jacke.

So lernst du weiter:

Hättest du gern noch zusätzliche Informationen zu dem Thema? Kein Problem! Hier findest du Lektionen, mit denen du dein Wissen erweitern kannst:

  • Akkusativ (Verstehst du mich? Da die meisten Verben den Akkusativ verlangen, gibt es hier nochmal eine ausführliche Erklärung dazu.)
  • Verben mit Dativ und Akkusativ (Ich gebe dir einen Rat. In dieser Lektion lernst du, welche Verben eine Dativ- und Akkusativergänzung haben können.)
  • Das Verb “haben” (Hast du eine Frage? Das Verb “haben” ist fast überall zu finden. Erfahre alles Wichtige darüber.)
  • Wichtigste deutsche Verben (sein, werden, sprechen – Das sind nur drei von den 30 wichtigsten Verben, die ich dir in dieser Übersicht zeige.)
  • Die vier Fälle (Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ – Hier findest du alle Informationen zu den vier Fällen auf einen Blick.)
  • Artikel deklinieren (Der Akkusativ ist einfach. Ich verstehe den Akkusativ. Wie sich der Artikel nicht nur im Akkusativ, sondern auch in den anderen Fällen verändert, erfährst du hier.)

Na, bist du neugierig auf mehr? Dann gibt es hier eine Übersicht all meiner Grammatikerklärungen: Deutsche Grammatik einfach erklärt

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Hi, ich bin Anna!

Schön, dass du da bist! Ich komme aus Polen und habe diese Seite gegründet, um andere Ausländer mit der deutschen Sprache zu unterstützen. Wenn du mehr über mich erfahren willst, klicke hier.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Deutschlernen!

P.S.
Willst du besser Deutsch sprechen? 🚀 🇩🇪 Hol dir mein Grammatikbuch hier!
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jamil Ahmadzai
jamil Ahmadzai
1 year ago

ambesten website für deutsch lernen

Anna Zwolinska-Simon
Admin
Anna Zwolinska-Simon
1 year ago
Antworten  jamil Ahmadzai

Vielen Dank für deine netten Worte! 🙂 Viel Spaß beim Deutschlernen!

Liebe Grüße

Roberto Izquierdo
Roberto Izquierdo
5 months ago
Antworten  jamil Ahmadzai

Die Website am besten, um Deutsch zu lernen*

Anna Zwolinska-Simon
Editor
Anna Zwolinska-Simon
5 months ago

Hallo Roberto,
du möchtest Jamils Satz verbessern?
Dann wäre korrekt: “Die Webseite ist am besten, um Deutsch zu lernen.” Oder: “Das ist die beste Webseite, um Deutsch zu lernen.”

Liebe Grüße, Anna

Olena
Olena
11 months ago

Schön! Richtig farbig, das hilft auch die Information zu merken! Reihefolge, Beispiele und Übung sind perfekt!

Herr Tu
Herr Tu
10 months ago

Lösungen für Übungen: Wo kann ich sie finden? Danke

Anna Zwolinska-Simon
Admin
Anna Zwolinska-Simon
9 months ago
Antworten  Herr Tu

Hallo,

du musst bei der Übungsaufgabe alle Lücken ausfüllen. Dann auf “Überprüfen” klicken.
Danach erscheint ein Button “Lösungen anzeigen”. Dort draufklicken und die Lösungen werden angezeigt.

Ich hoffe, meine Antwort hilft dir weiter.

LG
Anna

sera
sera
7 days ago

Sie sind grossartig

Anna Zwolinska-Simon
Editor
Anna Zwolinska-Simon
1 day ago
Antworten  sera

Hallo Sera,
vielen Dank! Es freut mich, wenn dir meine Lektionen und Übungen gefallen.
Liebe Grüße, Anna